04.07.2013 11:00 |

Streit bei Anhörung

Dotcom: "Warum werden Sie rot, Herr Premierminister?"

Der Internetmillionär und Mega-Betreiber Kim Dotcom ist bei einer Anhörung zu einer geplanten Novelle des neuseeländischen Überwachungsgesetzes mit John Key, dem Premierminister des Landes, aneinandergeraten. Dieser habe in Zusammenhang mit der MegaUpload-Razzia Unwahrheiten verbreitet, behauptete Dotcom. Key stieg auf den verbalen Schlagabtausch ein.

Eigentlich ging es um eine Novelle des Überwachungsgesetzes, zu der Kim Dotcom seine Meinung abgeben sollte. Weil bei der Anhörung im Geheimdienstausschuss in Wellington aber Neuseelands Premier Key den Vorsitz innehatte, machte der exzentrische Internetmillionär das Vorgehen des neuseeländischen Geheimdienstes bei der MegaUpload-Razzia vor rund anderthalb Jahren zum Thema, berichtet der "New Zealand Herald".

Dotcom über Key: "Er hat alle Neuseeländer angelogen"
Er selbst habe das Unglück gehabt zu erleben, was passiert, wenn Überwachungseinrichtungen missbraucht würden. "Diese Missbräuche sollen nie wieder passieren. Deswegen bin ich hier, um mich gegen den Gesetzesvorschlag auszusprechen", sagte Dotcom bei der Anhörung.

Er erzählte dem Komitee auch, dass der Premierminister entgegen seiner eigenen Aussage bereits vor der MegaUpload-Razzia im Jänner 2012 Kenntnis davon hatte, wer Dotcom sei und was er mache.

"Er hat alle Neuseeländer angelogen, als er gesagt hat, er wusste nichts von mir", so Dotcom vor dem Ausschuss. Der gebürtige Deutsche war gereizt: Statt der 25 Minuten, die er für seine Präsentation vor dem Ausschuss eingeplant hatte, hatte man ihm nur 15 Minuten zugestanden. Dass Keys dann noch behauptete, Dotcoms Behauptung zur MegaUpload-Razzia sei eine Lüge, brachte ihn erst recht in Rage.

Verbaler Schlagabtausch zwischen Dotcom und Key
"Er wusste von mir schon vor der Hausdurchsuchung", antwortete Dotcom auf die Frage eines anderen Politikers. Keys Antwort: "Habe ich nicht!" Kim Dotcom beharrte auf seiner Aussage: "Sie wissen, dass ich es weiß", sagte er Keys. Dieser wollte sich aber nicht geschlagen geben.

"Ich weiß, dass sie eigentlich nichts wissen, aber das ist in Ordnung", ärgerte Key Dotcom. "Warum werden Sie dann rot, Premierminister?", stichelte Dotcom zurück. Für Key eine Steilvorlage: "Werde ich nicht. Und warum schwitzen Sie?", fragte er Dotcom. Dessen lapidare Antwort: "Mir ist heiß!"

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