PRISM-Skandal

Informant Snowden will in Island Asyl beantragen

Web
20.06.2013 10:47
Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden will nach der Enthüllung des größten Abhörskandals der jüngeren Vergangenheit in Island Schutz suchen. Berichten chinesischer Medien zufolge – Snowden ist derzeit in Hongkong untergetaucht – sei Island die Asyl-Wunschdestination des Informanten. Die isländische Regierung hat Snowdens informelles Asylgesuch mittlerweile bestätigt, zeigt sich aber skeptisch.

Schon am 12. Juni soll Snowden über einen Mittelsmann angefragt haben, ob er in Island Asyl beantragen könne, berichtet die chinesische Website China.org.cn. Die isländische Regierung hat allem Anschein nach aber wenig Freude mit Snowdens Plänen. 

Island bestätigt informelle Anfrage Snowdens
Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson bestätigte bei einem Besuch in Stockholm lediglich indirekt, dass ein Repräsentant Snowdens mit Vertretern mehrerer Ministerien "Diskussionen" über Asylbedingungen geführt habe.

Gunnlaugsson betonte, dass es sich dabei nicht um ein formelles Ansuchen gehandelt habe. Innenministerin Hanna Birna Kristjansdottir sagte gegenüber dem Nachrichtenportal Visir, für Snowden gälten dieselben Voraussetzungen wie für alle anderen Asylbewerber. 

Snowden müsste persönlich um Asyl ansuchen
Das bedeutet, dass Snowden nur höchstpersönlich formell in Island um Asyl ansuchen könnte. Dazu müsste Snowden allerdings erst von Hongkong nach Island gelangen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man auf den US-Fahndungslisten steht.

Der isländische Sprecher von Wikileaks, Kristinn Hrafnsson, hatte zuvor in einem Zeitungsinterview behauptet, er habe am 12. Juni sowohl mit Gunnlaugsson als auch mit Kristjansdottir bezüglich Asylmöglichkeiten Snowdens vorgefühlt.

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