"Die Stimmung ist gut. Die Kollegen wollen es jetzt wissen - und das ist auch richtig so", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske in Leipzig. "Es muss Schluss sein damit, dass sie wie Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden." Für die Amazon-Mitarbeiter stehe ein Tarifvertrag wie im Einzel- und Versandhandel an. Bsirske: "Was nicht ansteht, ist Wild West wie in Texas. Wir sind hier nicht in Texas!"
Verdi ist nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Thomas Schneider auf eine lange Auseinandersetzung eingestellt. "Einen Langzeitstreik wollen wir nicht unbedingt, aber wenn es sich nicht vermeiden lässt, sind wir auch dazu bereit", sagte Schneider in Leipzig. Amazon äußerte sich zunächst nicht.
Am Standort Leipzig sind nach Angaben der Gewerkschaft rund 450 Mitarbeiter der Früh- und Spätschicht vor den Werkstoren geblieben. In Bad Hersfeld beteiligten sich laut Verdi bis zum Nachmittag rund 600 Kollegen an dem Streik. "Wir sind sehr zufrieden. Man muss bedenken, dass auch schon Urlaubszeit ist", sagte Verdi-Sprecherin Mechthild Middeke. In Bad Hersfeld hat Amazon mehr als 3.000 Mitarbeiter, in Leipzig sind es etwa 2.000.
Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels mit höheren Löhnen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Nachtzuschlägen bereits ab 20.00 Uhr. Das US-Unternehmen lehnt dies ab und orientiert sich nach eigener Darstellung an der Bezahlung in der Logistikbranche.
Der weltgrößte Online-Versandhändler hat in Deutschland acht Versandlager und beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter. Ein neuntes Logistikzentrum soll 2013 im brandenburgischen Brieselang entstehen. Dort sollen langfristig 1.000 Arbeitsplätze entstehen, kündigte das Unternehmen am Montag an.
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