Roaming-Kosten fallen an, wenn jemand mit seinem Handy oder Smartphone im Ausland telefoniert, das Internet nutzt oder SMS-Nachrichten verschickt. Auch ankommende Anrufe kosten oft mehr als daheim. Die EU-Kommission hat die Roaming-Kosten bereits gedeckelt. So dürfen selbst getätigte Anrufe seit Juli vergangenen Jahres höchstens noch 35 Cent einschließlich Mehrwertsteuer kosten, eingehende Anrufe zehn und SMS elf Cent.
Kroes ist das aber nicht genug. Sie verweist auf den europäischen Binnenmarkt. Dessen Grundgedanke liegt darin, dass die Landesgrenzen für Firmen und Verbraucher keinen Unterschied mehr machen sollen. Höhere Telefongebühren im Ausland passen da nicht hinein. Aus Kommissionskreisen wird zwar zugestanden, dass gewisse Mehrkosten für Auslandsanrufe technisch bedingt sein können. Diese seien aber so gering, dass sie kaum ins Gewicht fielen. Davon abgesehen sind die Roaming-Gebühren laut Kommission nach Land und Anbieter sehr verschieden.
Den Abgeordneten des Europaparlaments legt Kroes ans Herz, die Vorschläge bis Ostern 2014 zu verabschieden - also kurz vor den Europawahlen im Mai 2014. "Ich will, dass Sie zu Ihren Wählern zurückgehen können und sagen, dass Sie die Roaming-Kosten abschaffen konnten", so Kroes in Richtung der Parlamentarier. Falls das Parlament und die EU-Staaten mitmachen, könnten die Roaming-Kosten somit bereits 2015 Geschichte sein, sofern die gewöhnlichen Übergangsfristen für EU-Gesetze angelegt werden.
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