"Das wird das erste Mal sein, dass sich eine Übung der Volksbefreiungsarmee auf Kampfeinsätze einschließlich digitaler Einheiten, Spezialeinheiten, Luftwaffe und Kräften für die elektronische Gegenwehr konzentriert", zitiert der britische "Guardian" einen kurzen englischsprachigen Report zu der Truppenübung.
Abgehalten wird die Übung im Norden Chinas in der Inneren Mongolei. Man wolle dort "neue Arten der Kriegsführung testen", heißt es. Dabei werde es sich auch um Kriegsführung mithilfe digitaler Technologie handeln – ein Teil der Bemühungen der Volksbefreiungsarmee, sich auf die militärischen Herausforderungen des Informationszeitalters vorzubereiten.
Hacker hatten Zugriff auf US-Militärgeheimnisse
In den USA dürfte Chinas Truppenübung Unbehagen auslösen. Erst kürzlich hat ein Bericht für Aufsehen gesorgt, wonach chinesische Cyberspione zahlreiche US-Militärgeheimnisse eingesehen haben sollen. Baupläne für den Tarnkappen-Jet F-35 sollen ebenso darunter gewesen sein wie Pläne von Drohnen, Hubschraubern, Raketen und sogar Infos zum US-Raketenabwehrsystem (siehe Infobox).
US-Präsident Barack Obama will die Cyberangriffe aus dem Reich der Mitte jetzt offenbar zur Chefsache machen. Er werde mit Chinas Präsident Xi Jinping bei einem Treffen kommende Woche über die Problematik sprechen, berichtet die Zeitung. Zuvor hatte in den USA das Pentagon in einem Bericht für den Kongress seine Sorge darüber geäußert, dass China mithilfe von Cyberspionage in den USA sein Militär modernisieren will.
Auch Australien Opfer von Cyberspionage
Wie am Dienstag bekannt wurde, sind nicht nur die USA Opfer von Cyberangriffen aus China geworden, sondern auch Australien. Dort sollen chinesische Hacker die Baupläne für die neue Geheimdienstzentrale entwendet haben. Die Pläne könnten China wertvolle Hinweise darauf liefern, in welchen Räumlichkeiten wichtige Besprechungen abgehalten werden und wo man am besten Abhörgeräte anbringen könnte, wurde in australischen Medien spekuliert (siehe Infobox).
China selbst dementiert Beschuldigungen, in Hackerangriffe auf ausländische Unternehmen und Institutionen involviert zu sein. Im seit Monaten schwelenden Cyberkonflikt, vor allem mit den USA, beteuert Peking stets, selbst ebenfalls Opfer von Cyberattacken aus den USA zu sein, die Schuld daran aber nicht der dortigen Regierung geben zu wollen.
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