Auch 2025 ist ein steirisches Wahljahr. Am 23. März werden neue Gemeinderäte bestimmt – und auch in der Wirtschaftskammer wird im selben Monat gewählt. Die Vorzeichen lassen hier eine harte Auseinandersetzung erwarten. Achtung: Es könnte schmutzig werden.
Die politisch interessierte Steiermark blickt derzeit gebannt auf den Grazer Flughafen, dort verhandeln FPÖ und ÖVP diese Woche noch eine neue Landesregierung. Nach außen dringt nur sehr wenig, Geheimhaltung ist angesagt.
Doch nicht nur die neue Regierung und eine SPÖ, die erst in die Oppositionsrolle finden muss, garantieren, dass es in der Steiermark politisch spannend bleibt. Auch die Gemeinderatswahlen werden spannend wie selten zuvor – und die Wirtschaftskammerwahl, in der Regel kein großer Aufreger, könnte intensiv werden.
Das liegt weniger an der Konkurrenz des dominierenden ÖVP-Wirtschaftsbunds, sondern daran, dass seit Jahren interne Kritik aus dem WB für Aufregung sorgt. Zur Erinnerung: Im Herbst 2022 wurde öffentlich, dass Kammerpräsident Josef Herk monatlich zusätzliche 4000 Euro (brutto) Entschädigung als Wirtschaftsbund-Obmann erhält – just während er auf Hochzeitsreise in Hawaii war. Herk überstand die Affäre, wie auch die Angriffe seines Wirtschaftsbunds-Kollegen Vinzenz Harrer im Sommer des Vorjahres.
Dieser fordert von Herk mehr „Ecken und Kanten“ und weniger Wohlfühlpolitik. Doch der Präsident geht im März erneut als Spitzenkandidat in die Kammerwahl. Harrer scheidet hingegen aus dem Wirtschaftsbund aus und dockt bei den „Unos“ (Unternehmerverband der Neos) an. Er dürfte dort noch einige Angriffe auf seine alte Gesinnungsgenossenschaft abfeuern.
Zugleich kursieren wieder alte Vorwürfe gegen den Wirtschaftsbund, um gut 200.000 Euro an Corona-Hilfen von der Kammer für die wahlwerbenden Parteien im ersten Lockdown (die ganze Story lesen Sie hier). Man kann sich sicher sein: Es wird nicht der letzte „Leak“ gewesen sein.
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