„Ich habe einfach geschaut, was passiert“, fasste Caroline Bredlinger ihre 1500-m-Sensation von Lignano ganz cool zusammen, „irgendwie bin ich jetzt überrascht!“ Nicht nur sie, die ganze Leichtathletik-Fachwelt staunt! Auf Anhieb lief die 800-m-Spezialistin 4:04,63 – nur knapp am 30 Jahre altem ÖLV-Rekord vorbei!
Theresia Kiesl hatte mit ihrem Rekordlauf von 4:03,02 bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 über 1500 m die Bronze-Medaille gewonnen, zwei Jahre später war sie Hallen-Europameisterin in Valencia mit 4:13,62. Fasst man die Freiluft- und Hallenzeiten zusammen, gehörten der Oberösterreicherin im ÖLV-Bereich vor Caro Bredlingers Rennen in Lignano allein die 27 besten Zeiten (bis 4:11,07). Zuletzt lief sie demnach vor 28 Jahren eine Zeit unter 4:10. 1998 hatte sie abrupt ihre Karriere beendet – aus welchen Gründen auch immer.
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel!
Jetzt aber kommt Caroline Bredlinger! Ihre Mutter hatte ihr in Lignano schon eine Richtlinie für 4:07 mitgegeben. Aber dass sie ihre heuer in der Halle fixierte persönliche Bestzeit von 4:16,31 derart pulverisieren würde, hätte man kaum gedacht. Das kam schon wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
„Die ersten 1000 m haben sich für mich eigentlich recht locker angefühlt, denn das ist ja zu den 800-m-Zeiten ein ziemlich langsames Tempo. Und im Training laufe ich 1000 m schon um die 2:50 Minuten. Die letzten 400 m aber haben dann schon wehgetan.“ Dennoch lief sie die letzten 200 m noch sensationell und kam so auf den dritten Platz.
Und das war ihr erstes ernsthaften 1500-m-Rennen im Freien! Danach ist es sehr wahrscheinlich, dass sie von 2027 an durchaus häufiger auf die längere Distanz geht. Ein Wechsel zwischen 800 m und 1500 m kommt ja häufig genug vor. Und die Burgenländerin hat in Lignano gleich gezeigt, dass sie das Potenzial für eine Zeit unter 4:00 Minuten hat. Man darf gespannt sein!
Am Freitag folgt Lisa Redlinger
Hat sich Caro Bredlinger also dem (etwas umstrittenen) ÖLV-Rekord über 1500 m genähert, könnte am Freitag ein nächster Paukenschlag in diese Richtung folgen. Lisa Redlinger läuft in Tübingen die 5000 m und hat zuletzt bewiesen, dass sie den ÖLV-Rekord von Susanne Pumper (15:10,54/2001) löschen kann. Seit der Track Night Vienna ist die Vorarlbergerin schon mit 15:12,03 Nummer 2 der „ewigen“ ÖLV-Bestenliste über 5000 m.
Großartig, was sich derzeit im Mittel- und Langstreckenbereich bei den österreichischen Läuferinnen tut. In dieses erfreuliche Bild passt auch der 3000-m-Lauf von Cordula Lassacher am vergangenen Wochenende in Löwen, wo sie 9:12,88 lief. Damit rückte sie auf den sechsten Platz der „ewigen“ ÖLV-Bestenliste vor, die von Susanne Pumper (8:47,04) und Theresia Kiesl (8:55,56) angeführt wird
Sieg für Christania Williams
Und noch ein weiterer kleiner Foto-Nachtrag vom großen Abend der österreichischen Leichtathletik in Lignano: Christiana Williams hatte die 100 m in 11,26 gewonnen, ihrer schnellsten Zeit, seitdem sie für Österreich startet. Leni Lindner wurde Dritte in 11,35.
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