Di, 21. August 2018

Von wegen "Support"

05.10.2012 15:18

Vermeintlicher Kundendienst zockte Nutzer ab

Skrupellos die Hilfsbedürftigkeit ihrer Opfer ausgenutzt hat eine international operierende Bande von Betrügern, die sich nach außen hin als Kundendienst namhafter Computerhersteller und Sicherheitsanbieter tarnte. In einer länderübergreifenden Aktion konnte den Kriminellen jetzt das Handwerk gelegt werden, wie die US-Handelsbehörde FTC mitteilte.

Die Betrüger hatten vornehmlich von Indien aus Computernutzer in den USA, in Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien angerufen und sich dabei als Mitarbeiter eines technischen Support-Dienstleisters ausgegeben. Zudem schalteten sie Werbung im Internet, um Kunden, die über Google nach dem Kundendienst ihres Computerherstellers suchten, zu ködern.

Hatten sie ihre Opfer erst einmal in der Leitung, gaben sich die Betrüger als Dienstleister für namhaften Hersteller wie Dell, Microsoft, McAfee oder Norton aus und gaben unter Zuhilfenahme eines gefälschten Screenshots an, auf den Rechnern der Angerufenen Viren entdeckt zu haben. Gegen eine Gebühr von 49 bis in einigen Fällen sogar 450 Dollar (346 Euro) boten die Telefon-Betrüger anschließend an, die vermeintlich infizierten Computer von den Schädlingen zu säubern.

Nutzer, die darauf eingingen, wurden daraufhin aufgefordert, über eine – ebenfalls gefälschte – Website einen bestimmten Code einzugeben oder sich eine Software herunterzuladen, die den Betrügern Zugriff auf ihre Computer erlaubte. Die Täter erlangten so Kontrolle über die Rechner, was sie wiederum ausnutzten, um andere Programme auf den PCs ihrer ahnungslosen Opfer zu installieren.

Laut FTC gingen die Betrüger sehr geschickt vor, um ihre Spuren zu verwischen und die eigene Identität zu verschleiern. So seien über 80 verschiedene Domains und 130 Telefonnummern für die Zwecke verwendet worden. Letztlich seien 14 Unternehmen und 17 Einzelpersonen Gegenstand der Ermittlungen gewesen, so die US-Handelsbehörde.

188.000 Dollar konnten bislang alleine in den USA beschlagnahmt werden. Das Geld soll nun den Geschädigten zurückgegeben werden. Laut FTC-Chef Jon Leibowitz dürfte dies jedoch nicht in allen Fällen gelingen: Von vielen Opfern sei die Identität bisher ungeklärt, zudem dürfte es Zehntausende oder noch mehr Betroffene geben.

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