Anteile versilbert

Investor der ersten Stunde nimmt vor Facebook Reißaus

Web
21.08.2012 10:10
Um Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird es langsam einsam: Mit Peter Thiel hat sich ein Investor der ersten Stunde von einem Großteil seiner Anteile am sozialen Netzwerk getrennt. Thiel sitzt auch im Verwaltungsrat von Facebook, dem höchsten Firmengremium. Seit die Haltefrist für Alteigentümer am Donnerstag abgelaufen ist, ist die Aktie nach massiven Verkäufen weiter eingebrochen. Der Wert hat sich mittlerweile halbiert.

Wie aus einer am Montag veröffentlichten Börsenmitteilung hervorgeht, hat Thiel in der vergangenen Woche insgesamt 20,06 Millionen Anteilsscheine verkauft.

Thiel bekam für seine Papiere noch zwischen 19,27 und 20,69 Dollar pro Stück, am Montag fiel der Kurs der Facebook-Aktie im Frühhandel der US-Technologiebörse Nasdaq auf nur noch 18,86 Dollar (15,3 Euro). Damit hat sich der Wert mehr als halbiert, der Ausgabepreis im Mai hatte bei 38 Dollar gelegen. Immerhin legte sie am Nachmittag wieder um fünf Prozent auf über 20 Dollar zu.

Kluge Investition
Insgesamt hat Thiel mit dem Verkauf seiner Anteile rund 400 Millionen Dollar (325 Millionen Euro) eingenommen. Trotz des Einbruchs des Aktienkurses hat sich der Deal für den gewieften Internetinvestor gelohnt: Thiel hatte im Jahr 2004, als das Netzwerk noch ganz am Anfang stand, 500.000 Dollar in das Unternehmen gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen.

Milliardenvermögen für PayPal-Mitgründer
Bereits lange vor dem Börsengang hatte Thiel seine Beteiligung an Facebook reduziert, als weitere Investoren in das schnell wachsende Unternehmen drängten. Beim Börsengang selbst hatte er gut 16,8 Millionen Aktien angeboten im Gesamtwert von 640 Millionen Dollar. Thiel war einst Mitgründer des Bezahldienstes PayPal (siehe Bild aus dem Jahr 2000), dessen Verkauf an die Handelsplattform eBay ihm mehrere Dutzend Millionen Dollar brachte. Durch geschickte Investitionen brachte er es danach zu einem Milliardenvermögen. Facebook gehört zu seinen Meisterstücken.

Die Aktie des sozialen Netzwerks steht jedoch seit dem Börsengang unter Druck. Facebooks überlebenswichtige Werbeeinnahmen steigen langsamer als erhofft. Hauptproblem ist, dass immer mehr Nutzer sich über ihr Smartphone mit ihrem Facebook-Freundeskreis austauschen. Die kleinen Bildschirme erlauben aber kaum Anzeigen.

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