Wer eine sogenannte Fan-Seite auf Facebook betreibt, muss sich dabei deutlich auf eine Organisation beziehen. Sich als Stadtverwaltung also schlicht mit dem eigenen Namen zu schmücken, ist nicht erlaubt. Denn: "Niemand kann einen geografischen Ort vertreten", heißt es im Kleingedruckten des sozialen Netzwerks. Andernfalls "werden die Administratorrechte zurückgezogen".
So ergangen ist Anfang des Jahres München. Von einem Tag auf den anderen war die Facebook-Seite der bayrischen Landeshauptstadt aus dem Netz verschwunden – und mit ihr rund 400.000 Fans der Seite. "Dies geschah ohne Vorwarnung und vollkommen überraschend. Zu unseren Fans hatten wir tagelang keine Kontaktmöglichkeit mehr", heißt es in einer Mitteilung des offiziellen Stadtportals "muenchen.de".
Auf Nachfrage sei der Stadtverwaltung von Facebook mitgeteilt worden, dass der Name München aufgrund neuer Richtlinien nicht mehr genutzt werden dürfe, die Fanseite aber "umziehen" und unter einem anderen Namen wieder online gehen könne. Inzwischen ist München unter dem Namen München.de zwar wieder auf Facebook vertreten, hat aber nur knapp 340.000 Fans.
Andere deutsche Städte fürchten nun ebenfalls um ihre Fans und die für sie wichtige Möglichkeit, mit ihnen über Facebook zu kommunizieren. Dass viele der Städte-Seiten schon seit Jahren online sind und entsprechend viele Fans "angehäuft" haben, scheint Facebook nicht zu interessieren.
Auch österreichische Stadtverwaltungen könnten nun von einer solchen Zwangsumbenennung betroffen sein. So tritt Wien Tourismus auf Facebook etwa unter dem Namen Wien auf. Dort betont man, wie das "Wirtschaftsblatt" berichtet, zwar noch nicht von dem sozialen Netzwerk kontaktiert worden zu sein. Es seien aber bereits alternative Namen in Planung, man müsse sich nur noch entscheiden, zitiert das Blatt den Tourismusverband.
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