Vorbild Iran

Houthis erwägen Gebühren für Schiffe im Roten Meer

Außenpolitik
30.07.2026 20:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die iranische Führung betont immer wieder, in einem Friedensabkommen mit den USA Gebühren für die Straße von Hormuz festschreiben zu wollen. Nun hat sich die verbündete Houthi-Miliz den Iran zum Vorbild genommen. Sie erwäge Gebühren für die Durchfahrt durch das Rote Meer, heißt es.

Der Plan bezieht sich demnach auf die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit mit dem Indischen Ozean verbindet. Das sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters. Die Idee sei bei einem Treffen in Teheran erörtert worden. Houthi-Vertreter waren im Juli bei der Trauerfeier für Irans obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei, der bei Angriffen der USA und Israels getötet worden war.

Mit einer solchen Gebühr soll der Druck auf die USA erhöht werden. Für chinesische Schiffe soll es eine Ausnahme geben. Die chinesische Regierung hatte zuvor direkte Gespräche mit der Miliz geführt und erreicht, dass ihre Tanker das südliche Rote Meer ohne Angriffe passieren können. Das Land ist der weltweit größte Abnehmer von Öl aus Saudi-Arabien, aber auch großer Abnehmer von iranischem Öl.

Die Meerenge Bab al-Mandab
Die Meerenge Bab al-Mandab(Bild: AFP/KHALED ZIAD)
Houthi-Unterstützer
Houthi-Unterstützer(Bild: EPA/YAHYA ARHAB)

Berater bereits vor Ort
Ein arabischer Vertreter sagte, dass bereits iranische Berater in den Jemen gekommen seien. Diese sollen vor Ort anleiten, wie eine Behörde zur Gebührenabgabe an der Meerenge Bab al-Mandab aufgebaut werden könne. „Die Houthis werden versuchen, die Kontrolle über das Rote Meer zu erlangen“, sagte Afrah al-Suba, die designierte Außenministerin der Regierung im Jemen. „Wenn ihnen das gelingt, werden sie versuchen, Gebühren von den Schiffen zu verlangen.“ Zuvor hatte die iranische Führung einen Vorschlag Omans für eine gemeinsame regionale Verwaltung der Straße von Hormuz abgelehnt, der freiwillige Gebühren für eine Schiffspassage vorsah.

Die Schließung oder Behinderung der Durchfahrt bei Bab al-Mandab würde Saudi-Arabien einer wichtigen Alternative zur Straße von Hormuz berauben und die Furcht vor Engpässen bei der Ölversorgung verstärken. Der Schiffsverkehr im Roten Meer hat sich seit Beginn der Huthi-Angriffe vor der jemenitischen Küste im November 2023 im Zuge des Gaza-Kriegs nicht mehr vollständig erholt. Die Miliz hatte ihre Angriffe als Akt der Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung im Krieg mit Israel bezeichnet.

Angriffe auf Saudi-Arabien
Die Rebellen haben in dieser Woche Angriffe auf Saudi-Arabien von irakischem Staatsgebiet aus verübt. Dabei hätten sie mit bewaffneten örtlichen Gruppen kooperiert, sagten Personen aus der Region. Die iranischen Revolutionsgarden hätten die Attacken geleitet, die unter anderem auf Ölanlagen abgezielt hätten. Als Reaktion flogen Saudi-Arabien und die USA am Mittwoch gemeinsame Luftangriffe auf Ziele im Irak. Die irakische Regierung kündigte eine Untersuchung an.

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