Seine Hoppalas nehmen kein Ende und die Kritik an Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz reißt nicht ab – sogar in den eigenen Reihen. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war die Art und Weise der Regierungsumbildung, welche tiefe Wunden in der CDU hinterlassen hat.
Dieses „Binnenklima“ in einer Partei ist, was zählt. Dort nimmt das Kopfschütteln über seine rätselhaften Entscheidungen kein Ende, ja man zweifelt immer deutlicher am Urteilsvermögen des Parteichefs.
Merz hat das Problem, dass er auch in der Öffentlichkeit nicht ankommt. Er zieht CDU/CSU persönlich nach unten. Seine extrem nüchterne Art bringt ihm den Vorwurf mangelnder Empathie (= Einfühlungsvermögen) ein. Er mache einsame Politik wie bis 2020 als Deutschland-Chef des US-Investmentfonds Blackrock, so die Kritik.
Politik sei aber ein Mannschaftsspiel, tönt es vor allem aus dem größten CDU-Landesverband in Nordrhein-Westfalen, dessen Ministerpräsident Hendrik Wüst als Sunnyboy der Partei gilt. Wenn jetzt auch noch die CSU die Notbremse zieht, sind die Tage des Kanzlers gezählt.
Für Europa ist nicht unwichtig, was in Berlin vor sich geht. Der Führer der (zwar angeschlagenen) stärksten Wirtschaftsmacht muss mit voller Autorität und geschlossenen Reihen hinter sich die anstehenden europapolitischen Entscheidungen treffen und auch durchsetzen können. Merz leidet an Autoritäts-Schwund.
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