Ungleich verteilt

EU-Parlament will gerechteren Musikstreaming-Markt

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17.01.2024 08:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Europäische Parlament stimmt am Mittwoch einen Bericht ab, der EU-Regeln für den EU-Musik-Streaming-Markt fordert. „Wir wollen eine europäische Strategie für die Musik“, erklärte der zuständige Berichterstatter Ibán García Del Blanco am Dienstag in Straßburg. 

„Wir hoffen, dass wir bei der Abstimmung morgen im Plenum eine massive Unterstützung erhalten, wie auch schon bei der Abstimmung im Kulturausschuss im November“, so García Del Blanco. Das schwächste Glied in der Wertschöpfungskette sei der Schöpfer, der Urheber: „Wir müssen da ansetzen.“ Der Kulturausschuss des EU-Parlaments habe eine umfassende Analyse des europäischen Musikmarktes durchgeführt. Der Musiksektor sei demnach der Subsektor der Kultur, der sich am schnellsten auf die Digitalisierung eingestellt habe.

Ungleichgewicht
Der Markt weist laut dem zuständigen Berichterstatter aber noch Ungleichgewichte auf, die korrigiert werden müssten: „Die Verteilung von Gewinnen bei Streaming-Plattformen muss korrigiert werden. Der Gewinn kommt nicht angemessen bei den Schöpfern an.“ Die Einnahmen konzentrieren sich laut Bericht in den Händen großer Labels und der beliebtesten Künstler. Die Zunahme von KI-generierten Inhalten, Streaming-Betrug (d. h. Bots, die Streaming manipulieren) und die illegale Nutzung von Musikinhalten durch Plattformen sind weitere aufgezeigte Probleme.

Mehr Transparenz gefordert
Die Abgeordneten fordern daher einen EU-Gesetzentwurf, der Plattformen dazu verpflichtet, ihre Algorithmen und Empfehlungstools transparent zu machen und sicherzustellen, dass europäische Werke sichtbar und zugänglich sind. Ein Label solle das Publikum über rein KI-generierte Werke informieren.

Digitale Musikplattformen und Musik-Sharing-Dienste bieten laut Angaben des EU-Kulturausschusses Zugriff auf bis zu 100 Millionen Titel kostenlos oder gegen eine vergleichsweise geringe monatliche Abonnementgebühr. Mit einem globalen Jahresumsatz von 22,6 Milliarden US-Dollar macht Streaming 67 Prozent des weltweiten Umsatzes der Musikbranche aus.

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