Online-Radikalisierung

Experte fordert „digitale Sozialarbeit“

Web
25.10.2023 08:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die zentrale Aufgabe der Demokraten im Kampf gegen Extremismus ist nach Ansicht des Berliner Islamismus-Experten Ahmad Mansour die Zurückeroberung der sozialen Medien. „Wir brauchen digitale Sozialarbeit, wir müssen in Diskussion mit den Menschen in den sozialen Medien sein“, sagte Mansour bei der dritten internationalen Konferenz gegen Segregation und Extremismus am Dienstag in Wien.

Der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober ist laut dem Direktor der Mansour Initiative for Democracy Promotion and Extremism Prevention GmbH (MIND) ein „Erwachen aus der Illusion, dass interkulturelle Gesellschaften von sich aus funktionieren, ohne, dass wir die Herausforderungen und Probleme und die damit verbundenen Ressourcen erwähnen, die man braucht, um aus Fremden Demokraten und Bürger in Europa zu machen“.

Zitat Icon

Wir müssen versuchen, die Menschen zu erreichen, bevor es die Radikalen tun.

Extremismusforscher Ahmad Mansour

Solidarität mit Israel setzt er im Kampf gegen Extremismus und Terror voraus. „In dem Moment, wo Terror sich lohnt, wo Terror gewinnt, haben wir seine Ausbreitung auch in Europa“, so der aus einer israelisch-arabischen Familie stammende Mansour. „Wir müssen versuchen, die Menschen zu erreichen, bevor es die Radikalen tun“, sagte er.

Laut dem deutsch-israelischen Psychologen und Autor führen die jüngst - vor allem im Internet - emotional geführten Debatten zu einer Radikalisierungswelle unter muslimischen Jugendlichen. Mansour selbst hat als muslimischer Araber Extremismus und Antisemitismus in seiner Kindheit und Jugend vorgelebt bekommen.

„Konflikte von unseren Straßen fernhalten“
„Traurige Aktualität“ erlangte die Veranstaltung aufgrund der terroristischen Attacke der Hamas auf Israel, so Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). „Wie in der Vergangenheit müssen wir wieder alles tun, um ausländische Konflikte von unseren Straßen in Europa fernzuhalten“, so Raab. Ein neues Phänomen und treibende Kraft im Konflikt seien auch laut ihr die sozialen Medien und Fake News.

Raab betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit gegen Segregation, um Radikalisierung und Extremismus früh entgegenzuwirken. Auch eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene ist für sie als Instrument für Integrationsarbeit maßgebend. „Die beste Präventions- und Integrationsarbeit ist Begegnungsarbeit“, betonte auch Mansour. „Wenn wir es schaffen, dass Menschen sich im Alltag begegnen, dann werden wir weniger Vorurteile und weniger Hass auf den Straßen haben“, so der Experte für islamistische Radikalisierung.

Das „Vienna Forum on Countering Segregation and Extremism in the Context of Integration“ - so der Titel der Konferenz am Dienstag - fand heuer bereits zum dritten Mal statt. Einberufen wurde das Forum von Integrationsministerin Raab. Ziel der Initiative ist nach eigenen Angaben, Expertise aus verschiedenen Staaten zu erlangen und eine Plattform für das gemeinsame Lernen zu schaffen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
25.10.2023 08:38
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung