Seit dem Angriff der radikal-islamischen Hamas auf Israel lassen zahlreiche Technologie-Experten ihre Jobs in der Privatwirtschaft ruhen. Stattdessen durchforsten sie das Internet, um von der Palästinenser-Organisation Verschleppte zu identifizieren und ihren Aufenthaltsort zu ermitteln, sagt Karine Nahon, eine der Leiterinnen dieser Freiwilligen-Initiative.
Sämtliche Erkenntnisse würden an die israelischen Behörden weitergeleitet. Die Hauptaufgabe bestehe darin, von der Hamas online gestellte Videos zu analysieren. Dabei nutzten sie auch Künstliche Intelligenz zur Gesichts- und Spracherkennung, um Personen zu identifizieren. Aber auch Kleidungsstücke oder andere Merkmale könnten Hinweise liefern. „Wir versuchen, den Status jedes einzelnen Vermissten zu ermitteln, und wir haben immer noch mehr als tausend Verschollene“, fügt Nahon hinzu.
Bei ihrer Suche nach Hinweisen auf den Aufenthaltsort der Verschleppten läuft den Freiwilligen die Zeit davon. Einerseits hat die Hamas gedroht, Geiseln als Vergeltung für israelische Angriffe auf Gaza hinzurichten. Außerdem ist die Organisation auf die Arbeit der Cyber-Experten aufmerksam geworden. „Die Hamas löscht und entfernt jetzt Videos, die sie hat“, erläutert Nahon. „Denn sie wissen, dass wir diese Videos überwachen und analysieren.“
Am 7. Oktober hat die Hamas einen Großangriff auf Israel gestartet. Dabei drangen Kämpfer auf israelisches Staatsgebiet vor, töteten rund 1300 Menschen und nahmen fast 200 Geiseln. Die Organisation stellte zahlreiche Fotos und Videos von ihren Aktionen ins Netz. Als Vergeltungsmaßnahme bombardiert Israel seither den Gazastreifen, von dem aus die Hamas operiert. Außerdem bereitet es eine Bodenoffensive vor. Bei den Angriffen auf Gaza wurden nach Angaben palästinensischer Behörden bisher 2750 Menschen getötet und annähernd 10.000 verletzt.
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