Wie Adobe-Vorstandschef Shantanu Narayen am Mittwoch vor Finanzanalysten in New York sagte, beruht die neue Strategie auf zwei Säulen: Angeboten für die Gestaltung digitaler Medien und Lösungen für das digitale Marketing. Bei der Konzentration auf diese beiden Wachstumsbereiche sei die "harte, aber strategische Entscheidung" getroffen worden, einzelne Bereiche zurückzufahren.
Seit Jahren Streit um Flash
Die 1997 von Macromedia gestartete Flash-Technik ist bisher ein zentraler Bestandteil der Firmenstrategie von Adobe Systems seit der Übernahme von Macromedia im Jahr 2005. Auf mobilen Geräten hatte Flash aber einen schweren Stand - insbesondere seit der Entscheidung von Apple, die Technik auf dem iPhone und dem iPad nicht zu unterstützen.
Auch der norwegische Browseranbieter Opera hatte sich auf Apples Seite geschlagen: Flash verbrauche zu viel Akku und überfordere den Prozessor, zudem handle es sich nicht um einen offenen Web-Standard. Den Todesstoß könnte allerdings Microsoft versetzt haben, da das Unternehmen alle Plug-ins aus dem Internet Explorer 10 im Metro-Stil verbannt hat (siehe Infobox).
Der neue Web-Standard HTML5 bietet einen großen Teil der Multimedia-Fähigkeiten von Flash und kommt ohne eigene Abspielsoftware wie den Flash Player oder ein spezielles Browser-Plugin aus.
Strategiewende kostet 750 Mitarbeiter den Job
Als Basis der Air-Technik zur Entwicklung von Anwendungen auch auf mobilen Geräten soll Flash aber weiter Bestand haben. "Wir werden weiter dafür sorgen, dass Air-Anwendungen auf mobile Geräte kommen", sagte Adobe-Sprecher Hopstein der Nachrichtenagentur dpa. Daneben werde sich Adobe darauf konzentrieren, Flash als Plattform für Video und Computerspiele zur Nutzung auf dem PC auszubauen.
"Wenn man sieht, welches Potenzial der Gaming-Markt hat, dann sollte man nicht davon ausgehen, dass diese Entscheidung das Ende von Flash bedeutet." Wohl aber bedeutet die Strategiewende das Aus für 750 der insgesamt gut 10.000 Arbeitsplätze in Nordamerika und Europa.
Fokus auf digitales Marketing
Adobe ist groß geworden mit Software für die kreative Gestaltung von digitalen Inhalten aller Art; dazu gehört etwa das Flaggschiff Photoshop für die Bildbearbeitung. Zuletzt hat das Unternehmen aber seinen Fokus auf Angebote für große Unternehmen verschoben. Hier will sich Adobe Systems künftig vor allem auf Angebote zum digitalen Marketing konzentrieren.
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs erzielte Adobe einen Umsatz von einer Milliarde Dollar (734 Millionen Euro) und einen Nettogewinn von 195 Millionen Dollar. Narayen zufolge sei das laufende Quartal das fünfte in Folge mit einem Umsatz von mindestens einer Milliarde Dollar. Die Neuausrichtung werde zunächst allerdings auch zu einem Umsatzrückgang führen.









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.