Ihr Kind leidet an einer schweren Krebserkrankung und benötigt dringend ein sehr teures Medikament, das sofort bezahlt werden muss“ – mit diesem schmutzigen Trick sollen zwei Polen im Alter von 25 und 37 Jahren als Mitglieder eines Netzwerks ältere Menschen durch solche Schockanrufe unter Druck gesetzt haben, so lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft Wels.
Der Erstangeklagte soll als Fahrer, der Zweitangeklagte als Abholer der Wertgegenstände gedient haben. Konkret soll das Duo ein Ehepaar zur Übergabe von Goldmünzen und Goldschmuck im Wert von mehr als 300.000 Euro verleitet haben. Ein weiteres Ehepaar übergab Goldmünzen im Wert von 28.000 Euro an die Gauner.
Erst beim dritten Mal kllckten die Handschellen
Erst beim dritten Coup scheiterten die mutmaßlichen Betrüger. Als sie wiederum einem Ehepaar Goldmünzen um 38.300 Euro abknöpfen wollten, wurden die Verdächtigen auf frischer Tat erwischt.
Keine „g‘mahte Wiesen“
Der Prozess am Donnerstag in Wels war aber keine „g’mahte Wiesen“. Das Verfahren wurde schließlich zur Opferanhörung auf 1. Juli vertagt.
Keine Seltenheit
Derartige Schockanrufe sind leider alles andere als selten: Erst am 16. Februar gaben das LKA NÖ und die WKStA bekannt, dass 23 Beschuldigte aus Polen, Tschechien, Deutschland, der Slowakei, aus Serbien und Spanien ausgeforscht und 17 festgenommen wurden. Der angerichtete Schaden: 4,8 Millionen Euro.
Und erst im März hatte eine 70-Jährige aus Vöcklabruck Betrügern acht Kilo Gold im Wert von einer Million Euro übergeben.
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