Neue Volksbegehren

Initiativen fordern Wahlpflicht und gratis Kondome

Österreich
12.06.2026 07:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ab Montag können die Österreicherinnen und Österreicher ihre Unterschriften unter fünf Volksbegehren setzen. Die Initiativen machen sich für unterschiedliche Themen stark. Die Bandbreite der Forderungen reicht von kostenlosen Verhütungsmitteln bis hin zur Wahlpflicht.

Relativ simpel ist das Anliegen der Initiative rund um den pensionierten Richter und vielfachen Bundespräsidentschaftskandidaten Martin Wabl. Sie will, dass der Karfreitag ein Feiertag wird. Ebenfalls recht einfach ist das Begehren einer Gruppe, die sich für eine Wahlpflicht bei der Nationalratswahl und der Bundespräsidentenwahl stark macht.

Gewerkschaft fordert mehr Polizei
Etwas komplexer stellt sich das von den sozialdemokratischen Polizeigewerkschaftern initiierte Volksbegehren „Polizei – kritischer Personalmangel“ dar. Dieses verlangt, dass per Verfassungsgesetz eine von der Wohnbevölkerung abhängige Mindestzahl an Polizistinnen und Polizisten sichergestellt werden muss. Das würde zu einer Aufstockung der Exekutive um mindestens ein Viertel führen. Weitere Forderungen umfassen etwa leistungsgerechte Gehälter, bessere Arbeits- und Dienstbedingungen sowie ausreichend zeitliche und personelle Ressourcen für Aus- und Fortbildungen.

Kostenlose Kondome
„Gratis Verhütung für alle“ verlangt unter anderem die kostenlose Abgabe von Kondomen und Lecktüchern in Drogerien und Apotheken sowie ebenfalls gratis hormonelle wie nicht-hormonelle Verhütung und die Pille danach. Außerdem soll es in Bildungseinrichtungen umfassende sexualpädagogische Aufklärung geben.

Eher etwas für Polit-Feinspitze ist die Forderung der letzten Initiative: Unter dem Titel „Transparenz im Parlament“ wird für die Nutzung der im Parlament installierten, bisher aber noch nicht zum Einsatz gekommenen elektronischen Abstimmungsanlage geworben. Demnach soll der Gesetzgeber die namentliche elektronische Abstimmung als Regelfall sowie die Dokumentation des individuellen Stimmverhaltens aller Abgeordneten auf der Parlamentshomepage gesetzlich verankern.

100.000 Unterschriften notwendig
Erreicht eine Initiative 100.000 Unterschriften, muss sie im Nationalrat behandelt werden. Unterzeichnet werden können die Volksbegehren in einem beliebigen Eintragungslokal in ganz Österreich oder online mittels elektronischer Signatur. Eine vor dem Eintragungszeitraum abgegebene Unterstützungserklärung zählt bereits als Stimme für das jeweilige Volksbegehren, eine nochmalige Unterschrift ist dann nicht mehr möglich.

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