Versöhnung vor Gericht

Streit eskalierte, weil Nachbar ständig filmte

Tirol
12.06.2026 07:00

Handy-Videos sorgten immer wieder für mächtig Ärger. Ein heftiger Nachbarschaftsstreit landete nun in Innsbruck vor Gericht. Doch der Fall endete überraschenderweise mit einer innigen Versöhnung.

„Wenn du noch einmal ein Foto oder Video von mir machst, dann haue ich dich zusammen“, soll ein 61-jähriger Tiroler Mitte Februar seinen Nachbarn angemotzt haben. Laut Anklage versetzte er dem filmenden Psychotherapeuten anschließend einen Schlag, sodass dieser – mit seinem einjährigen Sohn am Arm – das Gleichgewicht verlor und in ein Gebüsch stürzte. Dabei soll er eine Daumenprellung sowie ein Hämatom am Nagelrand erlitten haben.

Angeklagter nicht geständig
Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe vehement: „Er ist gestolpert und in die Stauden gefallen. Ich habe ihn weder geschlagen noch bedroht. Was wäre ich für ein Großvater, wenn ich so etwas vor den Augen eines Kindes machen würde?“

Dass das Verhältnis zwischen dem Frühpensionisten und dem Mediziner seit Längerem belastet war, wurde im Prozess deutlich. Vor Gericht kam aber die Wende: Das mutmaßliche Opfer relativierte seine ursprünglichen Angaben. Das kurz nach dem Vorfall verfasste Gedankenprotokoll sei in „sehr emotionalem Zustand“ entstanden. Zudem habe inzwischen ein Opfer-Täter-Dialog stattgefunden.

Umarmung im Gerichtssaal
Die Aussprache zeigte Wirkung: Im Gerichtssaal umarmten sich die einstigen Streithähne sogar – und es gab einen Freispruch.

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