Vor Ablauf der Frist

Drogenkartell ließ Anonymous-Hacker in Mexiko frei

Web
05.11.2011 14:05
Nach Drohungen der Hackergruppe Anonymous soll das berüchtigte mexikanische Drogenkartell "Los Zetas" ein entführtes Anonymous-Mitglied freigelassen haben. Die Hacker hatten eine Frist zur Freilassung des Mexikaners bis zum 5. November gesetzt, andernfalls wollten sie Details über die kriminellen Machenschaften der Drogenbande veröffentlichen.

Die Hackergruppe schrieb auf ihrer lateinamerikanischen Website, ihr anonymer Freund sei von den Zetas freigelassen worden. Er sei, wenn auch etwas lädiert, gesund und munter. Zugleich betonten die Hacker, die Informationen über "Los Zetas" nun nicht zu veröffentlichen. Die mexikanischen Behörden äußerten sich indes nicht zu dem Fall und hatten bereits zuvor erklärt, keine Bestätigung für die Entführung des Hackers zu haben.

Hacker bei Demo Anfang Oktober entführt
Die US-Sicherheitsberatungsfirma Stratfor hatte Anfang Oktober ein Video veröffentlicht, in dem ein maskiertes mutmaßliches Anonymous-Mitglied mit der Veröffentlichung der Machenschaften der Zetas drohte, wenn sein Kollege, der bei einer Demonstration im mexikanischen Bundesstaat Veracruz von "Los Zetas" entführt worden sein soll, nicht freigelassen werde.

Das Drogenkartell hat bereits mehrere Blogger und Internetaktivisten, die über seine Aktivitäten online berichteten, grausam ermordet und die Leichen als Warnung öffentlich platziert (siehe Infobox). Anonymous wollte dem Kidnapping-Opfer ein ähnliches Schicksal ersparen.

Spezielle Gruppe zum Kampf gegen Kartell
Am Montag hatten die Hacker jedoch wegen des hohen Risikos zunächst einen Rückzieher gemacht und sich von der "Operation Kartell" - oder "#op Cartel" - distanziert. Doch viele Bürger hätten sie aufgefordert, nicht nachzulassen. Deshalb solle die Operation fortgesetzt werden, hieß es in einem der Schreiben der Gruppe, wie die Zeitschrift "Proceso" online berichtete. Anonymous habe dazu eine spezielle Gruppe gebildet.

In den Veröffentlichungen wandte sich Anonymous dann laut dem Bericht direkt an die kriminelle Bande: "Das alles ist jetzt global. Ihr könnt versuchen, die Anonymen in Mexiko, Mittelamerika und vielleicht auch in den USA aufzuhalten. Aber ihr könnt Anonymous nicht als eine Weltidee, als einen globalen Geist stoppen, und ihr könnt nicht auf ihn schießen und ihn nicht in Säure auflösen."

Warnung an Kartell: "Beendet euer Terrorregime"
Dann forderten die Hacker die "Los Zetas" mit einer Warnung heraus: "Beendet euer Terrorregime. Wir wissen, dass wir unser Leben aufs Spiel setzen, aber wir ziehen es vor, aufrecht zu sterben, als auf Knien zu leben. Wir wissen nicht, wer oder was in Wahrheit hinter euch steht. Aber glaubt uns: Wir werden es herausfinden. Wir irren uns fast nie."

Die Drohung richtete sich auch gegen korrupte Politiker. Mitglieder der Bundesregierung hätten sich offen mit kriminellen Gruppen verständigt, anstatt diese zu jagen. Und von Präsident Felipe Calderon verlangten die unbekannten Verfasser der Schreiben: "Überdenken Sie Ihren Krieg gegen die Drogen und greifen Sie nicht die Symptome an, sondern die Ursachen."

"Los Zetas" gehören zu den mächtigsten und brutalsten Drogenkartellen in Mexiko. Seit die Regierung den Drogenbanden im Jahr 2006 den Kampf angesagt hatte, kamen im mexikanischen Drogenkrieg schätzungsweise mehr als 45.000 Menschen ums Leben.

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