PC manipuliert

“PowerPoint-Porno” als Rache an Ex-Chef in den USA

Web
27.06.2011 11:35
Weil er in das Netzwerk seiner ehemaligen Firma eingedrungen ist und die PowerPoint-Präsentation seines Chefs mit anrüchigen Bildern angereichert hat, ist ein Ex-Mitarbeiter aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der 51-jährige Walter Powell muss außerdem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Als Leiter der EDV-Abteilung war Powell bis September 2009 für Baltimore Substance Abuse System (BSAS), eine gemeinnützige Einrichtung, die Spenden an rund 50 Programme der Drogenhilfe vermittelt, tätig. Dann folgte die Kündigung durch Unternehmenschef Greg Warren.

In Unternehmensnetzwerk eingedrungen
Powell nahm den Rausschmiss offenbar persönlich und loggte sich kurz darauf von zu Hause aus mit seinem noch aktiven Zugang in das Firmennetzwerk ein. Dort spähte er mittels sogenannter Keylogger, die sämtliche Tastatureingaben speichern, die Passwörter mehrerer Mitarbeiter aus. Binnen 32 Tagen, ergaben die späteren Ermittlungen, verschaffte sich der ehemalige Angestellte so über 100 Mal Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk.

Schließlich gelang es ihm sogar, die Kontrolle über Warrens E-Mail-Konto zu übernehmen und vertrauliche sowie von ihm selbst im Namen seines Ex-Chefs erstellte Nachrichten weiterzuleiten.

Präsentation manipuliert
"Glanzstück" des persönlichen Rachefeldzuges war jedoch die Manipulation einer PowerPoint-Präsentation, in die Powell Pornobilder hineinschmuggelte. Einem Bericht der Zeitung "The Baltimore Sun" zufolge war Greg Warren gerade dabei, vor Gemeindebeamten, Stiftungsmitgliedern und einem Vertreter der Gesundheitskommission einen Vortrag zu halten, als sein Computer neu startete und anstatt der letzten Präsentationsfolie das Bild einer nackten Frau wiedergab.

Zwei Jahre Haft für "Porno-Streich"
Für Powell hat der "Streich" nun ein ernstes Nachspiel: Der 51-Jährige wurde zu zwei Jahren Haft plus drei weiteren auf Bewährung sowie 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Laut BSAS-Chef Warren verursachte die Attacke seines Ex-Mitarbeiters einen Schaden in Höhe von 80.000 US-Dollar (rund 56.000 Euro). Die Sicherheitssysteme hätten nach dem Angriff verbessert und Software ausgetauscht werden müssen.

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