Nutzer abgezockt

Weltweiter Schlag gegen Online-Kriminelle

Web
24.06.2011 09:38
Großer Schlag gegen das Verbrechen im Internet: Sicherheitsbehörden aus zwölf Ländern ist es im Rahmen der "Operation Trident Tribunal" gemeinsam gelungen, zwei Gruppen von Online-Kriminellen zu stoppen, die zusammen rund 74 Millionen Dollar (52 Millionen Euro) erbeutet haben. Mindestens zwei Verdächtige wurden festgenommen, 47 Computer und Server wurden beschlagnahmt, teilte das FBI mit. Fast eine Million Nutzer soll den Betrügern zum Opfer gefallen sein.

Der Großteil des Schadens - 72 Millionen Dollar - geht laut FBI auf eine Gruppe zurück, die Computernutzer mithilfe sogenannter Scareware ausnahm. Dabei wird ein Computernutzer zur Installation angeblicher Sicherheitssoftware gedrängt. Für das Programm muss bezahlt werden, dieses ist aber bestenfalls nutzlos oder sogar selbst ein Computerschädling, mit dem zum Beispiel Daten von Bankkonten abgegriffen werden können. Zudem kommen die Kriminellen schon beim Bezahlvorgang an Kreditkarteninformationen.

Die nun gestoppten Online-Kriminellen hätten bis zu 129 Dollar (rund 91 Euro) für die Installation der vermeintlichen Sicherheitssoftware verlangt, berichtete das FBI. Geschätzte 960.000 Computernutzer seien auf den Trick hereingefallen. Ein Schwerpunkt der Aktion lag in Lettland, wo fünf Bankkonten beschlagnahmt wurden, über die Geld an mutmaßliche Anführer geflossen sein soll.

Die Köpfe der Online-Gang kamen jedoch aus der Ukraine, wie der Geheimdienst des Landes berichtete. 16 Verdächtige seien verhört worden, teilte die Behörde der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in der Hauptstadt Kiew mit. Die Angreifer hätten mit dem Wurm Conficker die Kontrolle über Computer übernommen und Konten bei Banken verschiedener Länder geplündert. Mit der Beute hätten sie sich unter anderem Luxusgüter und Immobilien gekauft.

Werbeanzeigen mit Schadcode geschaltet
Im zweiten Fall wurden dem FBI zufolge zwei Verdächtige in Lettland festgenommen, ein Mann und eine Frau, beide Anfang 20. Sie hätten sich als Vertreter einer Werbeagentur ausgegeben und auf der Website der US-Zeitung "Minneapolis Star Tribune" angeblich im Auftrag einer Hotelkette Anzeigen mit Schadcode geschaltet. Mithilfe der präparierten Werbung wurden Computer von Internetnutzern infiziert und ihnen dann als Lösung für auftauchende Probleme ebenfalls angebliche Sicherheitssoftware zum Kauf angeboten. Den Schaden schätzt das FBI auf zwei Millionen Dollar (1,41 Millionen Euro).

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