Inklusive Personal

Frisör versteigert seinen Laden bei eBay

Web
28.01.2005 16:41
Beim Verkauf seines Unternehmens geht ein Wiesbadener Friseur neue Wege: Er versteigert seinen kompletten Laden im Internet - und sorgt bei den Mitarbeitern für Aufregung. 7000 Euro lautet derzeit das Gebot auf der Auktionsplattform eBay. Dafür gibt es den 140 Quadratmeter großen Friseursalon mit allen Geräten vom Schneideplätzen bis zum Föhn, Mietvertrag, Kundenparkplätzen - und fünf Angestellten.
Die "fixe Idee" mit der Versteigerung sei ihmbeim Mittagessen gekommen, erzählt der 31-Jährige InhaberPeter Christ. Er hat noch einen anderen Job und deswegen keineZeit mehr für den Laden. "Die Idee kam auf und ich dachte,warum nicht." Schon seit einigen Monaten sei er auf der Suchenach einem Friseurmeister, der das Geschäft übernehmenwill - Zeitungsinserate waren aber bisher vergebens. Bei der Auktion,die noch bis zum 4. Februar läuft, gab es nach seinen Wortenschon mehrere ernsthafte Gebote aus ganz Deutschland. 35.000 bis40.000 Euro hofft er am Ende zu erzielen. 
 
Was ist mit den Menschenrechten?
Die Mitarbeiter, neben fünf Angestellten auchzwei Freiberufler, reagierten zunächst empört. Sie wurdennicht vom Inhaber, sondern von einem Reporter von Hit Radio FFH,der die Auktion bei eBay gesehen hatte, mit der Nachricht überdie Versteigerung überrascht. "Bei der Frage, wie ich esfinde versteigert zu werden, gingen mir nur noch Begriffe wieMenschenrechte und Grundgesetz durch den Kopf", erzählt GeschäftsführerinDagmar Groh über den ersten Schock. "Ich dachte, wie kanneBay so was überhaupt annehmen." 
 
Mitarbeiter gelassen
Mittlerweile seien die Mitarbeiter aber recht gelassen.Da sie von den grundsätzlichen Verkaufabsichten Christs bereitswussten, haben sich alle bereits nach Alternativen umgeschaut."Irritiert waren eher die Kunden", erzählt Groh. "Als sievon der Auktion hörten, wollten viele in Panik einen letztenTermin machen." 
 
Inhaber Christ ist aber optimistisch, einen qualifiziertenNachfolger zu finden. Nur Friseurmeister mit wirklichem Interesseböten am Ende mit. Auch für die Mitarbeiter sieht erwenig Probleme: Ihre Stammkunden seien das Kapital des Ladens.Entlassungen seien deshalb unsinnig. 
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