Und dabei soll es nach Angaben der britischen Nationalbibliothek nicht bleiben: "Bislang haben wir nur einen relativ kleinen Bruchteil der weltweiten Sammlung digitalisieren können", sagte Bibliotheksdirektorin Lynne Brindley. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns."
Historische Wendepunkte
So will die British Library nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2020 ihren gesamten Buchbestand aus 14 Millionen Exemplaren und einer Millionen wissenschaftlichen Journals in digitaler Form verfügbar machen. Mit dem jüngsten Geschäftsabschluss bekommen Internetnutzer seltene Einblicke in Werke aus einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen, die historische Wendepunkte wie die Aufklärung, die industrielle Revolution und den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beleuchten.
So finden sich darunter etwa ein Nachschlagewerk des französischen Naturforschers Georges Louis Leclerc über die Geschichte des Nilpferds sowie eine Beschreibung des ersten motorbetriebenen U-Boots aus dem Jahr 1858.
Bei den nun einsehbaren Büchern handelt es sich nach Angaben von Bibliothekskurator Kristian Jensen um weit mehr als trockene wissenschaftliche Abhandlungen. So beschreibe ein für dänische Seeleute gedachtes Lehrbuch über die englische Sprache, "wie sich Englisch von einer lediglich von irgendwelchen Inselbewohnern gesprochenen Sprache" zur Weltsprache schlechthin entwickelte, erklärte er.
Die digitalisierten Bücher können sowohl auf der Website der British Library als auch bei Google Books eingesehen werden."
"Eine ansehnliche Summe"
Gemäß der Vereinbarung sollen in den kommenden drei Jahren 40 Millionen Seiten aus dem Bestand der British Library digitalisiert werden, die nicht länger urheberrechtlichen Beschränkungen unterliegen. Wie tief Google bei dem Geschäft in die Tasche greifen muss, wollte der Konzern jedoch nicht verraten.
Es handle sich "um eine ansehnliche Summe", erklärte der Unternehmenssprecher der europäischen Abteilung, Peter Barron, lediglich. Google hat im Rahmen ähnlicher Vereinbarungen mit mehr als 40 Bibliotheken auf der ganzen Welt rund 13 Millionen Bücher ins Internet gestellt. Auch die Österreichische Nationalbibliothek kooperiert mit Google für die Digitalisierung von 600.000 Bänden (siehe Infobox).
Googles Ziel sei es weiterhin, "ein so umfangreiches Sortiment an Werken wie möglich" im Internet zugänglich zu machen, sagte Barron. "Viele Inhalte zu haben, bedeutet, dass die Menschen auf der ganzen Welt noch mehr danach suchen - und das ist gut für unser Geschäft."
Direktorin Brindley begründete die Kooperation hingegen folgendermaßen: "Der Ehrgeiz unser Vorgänger im 19. Jahrhundert war es, jedem so viel Zugang zu den Informationen der Welt zu geben wie möglich." In dieser stolzen Tradition stehe auch die Vereinbarung mit Google. Jeder solle jederzeit und überall Zugang zu dem historischen Material haben.
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