Di, 19. Juni 2018

Online im Weltall

26.05.2011 13:46

Internet-Erfinder will jetzt Planeten vernetzen

Vint Cerf, einer der Väter des Internets, arbeitet jetzt an einem interplanetaren Netz. Bei den Verbindungen zu Weltraumsonden etwa auf dem Mars sei deutlich geworden, dass das von ihm miterfundene gewöhnliche Internetprotokoll für das All nicht besonders gut geeignet sei.

"Zum einen merkt man auf diesen Entfernungen, dass die Lichtgeschwindigkeit auch zu langsam sein kann", sagte Cerf am Mittwoch im deutschen Potsdam. Zum anderen gerieten die Sonden wegen der Rotation der Planeten immer wieder aus der Funkzone und Daten gingen verloren. Für eine reibungslose Kommunikation mit Technik auf andere Planeten soll das Projekt "InterPlaNet" sorgen, an dem Cerf mitarbeitet.

Internetprotokoll TCP/IP mitentwickelt
Cerf wurde in Potsdam vom Hasso-Plattner-Institut mit dem HPI Fellowship Award geehrt. Der 67-Jährige hatte seit den 1960er-Jahren zusammen mit Robert Kahn das Internetprotokoll TCP/IP entwickelt und damit den Grundstein für das heutige Internet gelegt. Die Grundidee, dass Informationen als kleine Datenpakete über das Netz verschickt und wieder zusammengesetzt werden, machte die problemlose Übertragung größerer Inhalte erst möglich. Der Internetpionier arbeitet inzwischen für den Suchmaschinen-Riesen Google als "Chief Internet Evangelist" und soll in dieser Funktion das Netz popularisieren.

Neue Version des Internetprotokolls für mehr Sicherheit
Cerf warb eindringlich für einen schnelleren Übergang zum nächsten Version 6 des Internetprotokolls. IPv6 soll unter anderem mehr Sicherheit bieten. "Damals, als wir in den 70er-Jahren die heutige Version des Internetprotokolls entwarfen, was es nur ein experimentelles Projekt. Außerdem gab es viele Technologien noch gar nicht, die heute das Netz sicherer machen können." Der neue Standard ist zwar schon vor rund 15 Jahren beschlossen worden, aber kommt erst jetzt allmählich zum Einsatz.

Ein Grund für die Verzögerung ist, dass IPv6 nicht mit dem Vorgänger IPv4 kompatibel ist und Dienste parallel betrieben werden müssen. Zuletzt gewann die Umstellung aber etwas an Fahrt, da Anfang des Jahres die letzten Adressblöcke für IPv4 vergeben wurden.

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