Im Drogenrausch

Lachse auf Koks schwimmen doppelt so weit

Wissen
21.04.2026 17:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Fische im Drogenrausch sind besonders aktiv. Das zeigte eine aktuelle Studie aus Schweden. Besonders Koks-Rückstände im Wasser können jungen Lachsen zu Höchstleistungen verhelfen. Das könnte sich auf ganze Ökosysteme auswirken, warnen Experten.

Schon seit längerer Zeit werden immer wieder Rückstände von Kokain im Abwasser nachgewiesen. Das kann zum Problem für Tiere werden, wie Forschende aus Schweden jetzt herausfanden. Die Studie, die im Fachjournal „Current Biology“ erschien, untersuchte die Auswirkungen von mit Drogen verunreinigtem Wasser auf Lachse.

Forscherteam verabreichte den Lachsen Drogen
Das Forschungsteam hat ein Experiment im schwedischen Vättersee durchgeführt. Dabei wurden über hundert Lachse mit Implantaten und akustischen Sendern ausgestattet, die immer wieder Kokain, dessen Abbauprodukt Benzoylecgonin oder gar keine Substanz freigaben. Dann wurde die Bewegung der Tiere genau beobachtet.

Fische auf Kokain deutlich aktiver als nüchterne
Das Ergebnis: Die von Koks belasteten Fische waren deutlich aktiver und schwammen teils fast doppelt so weit wie ihre nüchternen Artgenossen. Das sei laut den Forschenden besonders relevant, weil genau der Stoff Benzoylecgonin häufig über Kläranlagen in natürliche Gewässer gelange.

Langfristige Folgen noch ungeklärt
Für die Forschenden könne das nicht nur eine auffällige Verhaltensänderung einzelner Tiere, sondern einen möglichen Eingriff in ganze Ökosysteme bedeuten. Wie weit sich Fische bewegen, beeinflusst schließlich auch ihre Nahrungssuche, ihre Begegnung mit potenziellen Fressfeinden und damit das ökologische Gleichgewicht im Wasser. Welche langfristigen Folgen daraus entstehen, soll in zukünftigen Untersuchungen geklärt werden.

Forschende: „Es gibt weltweit Rauschgift in Gewässern“
Die Fachleute merkten an, dass Rückstände von Rauschgift bereits in Gewässern auf der ganzen Welt nachgewiesen wurden. Im Sommer 2024 wurden etwa in der brasilianischen Küstenmetropole Rio de Janeiro Haie positiv auf Kokain getestet. Für Menschen, die Fisch konsumieren, bestehe laut den Forschenden dennoch keine Gefahr, da die Mengen dafür zu gering sind.

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