Di, 25. September 2018

Plan von Mikl-Leitner

18.05.2011 11:45

Internetpolizei jagt künftig in Österreich Cyberkriminelle

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner will künftig mit einer eigenen Internetpolizei gegen die stetig wachsende Cyberkriminalität vorgehen. 300 Beamte sollen noch heuer eine spezielle Ausbildung erfahren. Zusätzlich sollen Experten des Bundeskriminalamtes, des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sowie des Bundesamtes zur Korruptionsprävention und -bekämpfung in einem "Competence-Center" zusammenarbeiten.

Laut Mikl-Leitner sind die Anzeigen durch Missbrauch im Internet von 685 im Jahr 2002 auf 4.450 im Jahr 2010 gestiegen. Allein im ersten Quartal 2011 seien es bisher 1.129. Dabei läge die Dunkelziffer um einiges höher, so die Innenministerin am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien: "Viele Menschen erstatten keine Anzeige bei der Polizei, da einerseits die Schadenssumme gering ist, oder weil sie der Meinung sind, dass die Täter ohnedies nicht ausgeforscht werden können."

Mit den künftigen 300 Cyberexperten aus dem Kreis der Polizei will Mikl-Leitner diesem rasanten Anstieg Einhalt gebieten. "Wir sind aber auch auf die Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen, auf Hinweise und Anzeigen." Deshalb wurde eigens eine virtuelle Anlaufstelle geschaffen. Schöpft jemand Verdacht, einen Internet-Betrüger entdeckt zu haben oder diesem sogar schon in die Falle gegangen zu sein, kann dies an die Mail-Adresse against-cybercrime@bmi.gv.at gemeldet werden.

Neue Methoden und mehr Zusammenarbeit nötig
Leopold Löschl, Leiter des Büros für Computer- und Netzwerkkriminalität im Bundeskriminalamt, erklärte, wie man den Kriminellen im Netz auf die Schliche kommen will: "Das Competence-Center versteht sich großteils als Supportstelle, die national und international koordiniert." Das dort entwickelte Know-how soll an die regionalen Ermittler weitergegeben werden. Deswegen verwende man auch neue Tools und Arbeitsmethoden, um rechtzeitig auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Die zunehmende Verwendung von Verschlüsselungssoftware und Anonymisierungsdiensten erfordert laut Löschl zudem den Ausbau des forensischen Fachwissens, weshalb man auch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft forcieren wolle.

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