Umfragen hätten ergeben, dass 90 Prozent der Menschen bei Entscheidungen ihre Freunde und Verwandten fragen, betonte Microsoft in einem Blogeintrag zur Vorstellung der neuen Funktionen mit zahlreichen Beispielen.
Wenn man bei Bing zum Beispiel nach einem Kochrezept suche, könne man sich anzeigen lassen, welche davon besonders populär seien. Zugleich könne man direkt bei der Internet-Suche mit den Facebook-Freunden kommunizieren und sich auch Facebook-Angebote diverser Firmen zustellen lassen.
Kampf zwischen Google und Facebook
Zwischen Google und Facebook zeichnet sich ein tiefgreifender Konflikt ab. Beide Internetriesen sammeln riesige Datenbestände an, die sie nicht miteinander teilen. Facebook mit seinen inzwischen mehr als 600 Millionen Nutzern wird von Branchenbeobachtern oft als große Gefahr für das Google-Geschäft gesehen. Google verdient sein Geld immer noch hauptsächlich mit Anzeigen im Umfeld von Internet-Suchanfragen. Dafür ist der Konzern allerdings darauf angewiesen, dass möglichst viele Nutzer weiterhin seine Suchmaschine nutzen. Microsoft zum Beispiel konnte trotz Milliarden-Investitionen nie die kritische Masse erreichen, um das Internetgeschäft profitabel zu machen. Bisher ist unklar, ob die "Soziale Suche" von Facebook und Microsoft tatsächlich Google Nutzer abjagen kann.
Neue Suchmaschine Emporia von Microsoft
Microsoft arbeitet unterdessen an der Weiterentwicklung des Konzepts. In einem kleinen fünfköpfigen Team in Cambridge arbeiten Microsoft-Wissenschaftler an "Emporia", einer intelligenten und selbstlernenden Suche, die die Ergebnisse auf die individuellen Bedürfnisse hin zuschneidet. Den Stand der Forschung und einen ersten Prototyp stellte Microsoft-Manager Ralf Herbrich am Dienstag auf der Internet-Konferenz Next11 in Berlin vor.
Emporia wertet Twitter und Facebook aus
Für die Bewertung, ob eine Nachricht für den Nutzer tatsächlich relevant ist oder nicht, werden im Emporia-Projekt auch die Daten und Posts aus den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook ausgewertet und analysiert. Das Wissen und konkrete Erfahrungen aus den Netzwerken würde immer wichtiger, sagte Herbrich. Ein erster Prototyp des "Project Emporia" für die mobile Nutzung auf Microsofts Windows Phone 7 ist fertig - und rangiert als App bereits unter den Top Ten in Microsofts Marketplace.
Persönliche Bewertung soll Internetsuche verbessern
Emporia analysiert die Nachrichten-Ströme nach Stichwörtern und inhaltlichen Kategorien und siebt mögliche interessante Geschichten heraus. Der Nutzer kann die Treffer darüber hinaus weiter verfeinern, indem er zum Beispiel bestimmten Personen oder Seiten folgt. Über die persönlichen Bewertungen sollen die Suchtreffer immer besser an die wirklichen Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. Mit der Auswertung und Verknüpfung der Daten soll die Suche immer relevantere, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Ergebnisse liefern.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.