Wie lassen sich Kinder nach der Schule zu mehr körperlicher Aktivität bewegen? Eine wichtige Frage, schließlich ist Übergewicht im Kindesalter ist ein zunehmendes Problem in der heutigen Gesellschaft, das nicht zuletzt von einer mangelnden Bewegung herrührt. Die Studie von Dr. Jenny Veitch und ihre Kollegen vom Centre for Physical Activity and Nutrition Research an der Deakin University in Australien ist dem Faktor Umwelt und Eltern auf den Grund geganen..
2004 nahmen die Eltern von 171 neunjährigen Kindern an einer Umfrage darüber teil, wie sie die öffentlichen Parkanlagen in der Nachbarschaft und ihre soziale Umgebung wahrnehmen. 2004 und 2006 wurden Eltern von den Wissenschaftlern dazu befragt, wie viel Zeit ihre Kinder vor dem Fernseher, am Computer oder mit Videospielen verbringen. Gleichzeitig überprüften die Forscher die Parkanlagen vor Ort und ermittelten das Bewegungsverhalten der dort wohnenden Kinder außerhalb der Schulzeit.
Kinder verbringen mehr Zeit mit Games
Veitch und ihre Kollegen fanden heraus, dass die Zeit, die die Kinder sitzend verbringen, zwischen 2004 und 2006 drastisch zunahm. Dies ist auf die zunehmende Nutzung von Computern und Videospielen zurückzuführen, nicht aber auf einen erhöhten Fernsehkonsum.
Eltern als Schlüssel für Bewegungsfreude der Kinder
Je zufriedener die Eltern mit der Qualität der umliegenden Grünanlagen und Spielplätze waren, desto weniger Zeit verbrachten die Kinder am Computer oder mit Videospielen. Ferner wurde beobachtet, dass mit zunehmender Zufriedenheit der Eltern im Jahr 2004 deren Kinder im Jahr 2006 deutlich seltener das Fernsehgerät einschalteten.
Große Grünflächen und Sackgassen ideal zum Spielen
Die Autoren stellten zwischen der objektiven Beurteilung der jeweiligen Grünflächen und dem Bewegungsverhalten der Kinder einen Zusammenhang her. Insbesondere Kinder, die in der Nähe von großzügigen öffentlichen Parkflächen mit Wasserspielen oder in einer Sackgasse leben, verbringen weniger Zeit zu Hause vor einem Bildschirm. Jene Kinder hingegen, in deren unmittelbarer Umgebung es nur einen Fußweg im Park gibt, verbringen mehr Zeit am Computer oder mit Videospielen.
Wandern ist keine Alternative
Den Autoren zufolge hängt es von der Attraktivität der öffentlichen Anlagen in der Nachbarschaft ab, wie viel Zeit Kinder mit Fernsehen oder Computerspielen außerhalb der Schulzeit verbringen. Eintönige Wanderwege hingegen sind keine Alternative, den Fernseh- und Computerkonsum von Kindern dieser Altersgruppe zu verringern.
Diese Ergebnisse verdeutlichen den Stellenwert der Regionalplanung, um den Bedürfnissen der Bewohner im Laufe ihres Lebens gerecht zu werden. Dr. Veitchs Studie ist soeben in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Annals of Behavioral Medicine erschienen.









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