27.05.2021 05:00 |

Viele Versäumnisse

Eltern, kontrolliert die Impfpässe eurer Kinder!

Teilweise wurden aufgrund der Pandemie in den Schulen weniger als 50 Prozent der notwendigen Impfungen durchgeführt. Um seine Sprösslinge zu schützen, sollte man nun selbst die Initiative ergreifen.

Internationale Daten zeigen, dass Kinder-, aber auch Erwachsenen-Impfungen während der Pandemie deutlich seltener stattgefunden haben als sonst. In Österreich spiegelt sich dies in den Abrufdaten des Kinderimpfkonzepts wider. „Bei Säuglingen und Kleinkindern sieht man, dass es zwischen den Lockdowns immer wieder Nachholaktionen gegeben hat, bei den Schulimpfungen ist es aber zu dramatischen Einbrüchen gekommen“, erläutert Kinderarzt Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Mitglied des nationalen Impfgremiums. „2020 sind nur 70 Prozent des Bedarfs der 4-fach-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten) und Polio (Kinderlähmung) abgerufen worden. Bei den HPV-Impfstoffen waren es nur 45 Prozent, bei den Meningokokken-ACWY-Impfstoffen 39 Prozent und bei den Hepatitis-B-Impfstoffen 40 Prozent. Da sind gewaltige Lücken entstanden. Das ist umso dramatischer als wir davor schon keine optimalen Raten hatten. Die ausgefallenen Stiche komplett nachzuholen, wird wohl auch in den letzten Wochen dieses Schuljahres nicht mehr möglich sein.“

Die Situation in den Bildungseinrichtungen ist quer durch Österreich unterschiedlich. Auch der Schultyp kann entscheidend dafür sein, ob Immunisierungen durchgeführt werden. Es zeigt sich beispielsweise, dass derzeit in wenigen Bundesländern (z.B. Wien und Oberösterreich) der Plan nahezu normal verfolgt wird (wenn auch aufgrund von Schichtbetrieb und den wenigen verbleibenden Schultagen bis zu den Ferien keine 100%ige Abdeckung erreicht werden kann), in anderen Bundesländern nicht (z.B. Steiermark und Salzburg) und woanders nur sehr eingeschränkt (z.B. Niederösterreich). In den meisten Bundesländern können die versäumten Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten nachgeholt werden, nicht jedoch in allen. Öffentliche Impfstellen übernehmen diese Aufgabe manchmal, aber auch nicht überall.

Damit verunsicherte Eltern den Überblick behalten können, hat der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) ein Factsheet erstellt.

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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