„Haben vorgesorgt“

Gasspeicher in Österreich zu zwei Dritteln befüllt

Wirtschaft
27.08.2026 12:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auch wenn die Gasspeicher in Österreich mit 65,73 Prozent (26.8.) derzeit etwas geringer befüllt sind als vor einem Jahr, sind damit 78 Prozent eines durchschnittlichen Jahresverbrauchs eingelagert. Im europäischen Vergleich sind die hiesigen Speicher gut gefüllt, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).

Vor einem Jahr (26. August 2025) waren die Speicher in Österreich mit 81 Prozent noch stärker gefüllt, zeigt ein Blick auf die Daten der Austrian Gas Grid Management (AGGM). In der Energiekrise 2021 war sie noch nicht einmal bei 50 Prozent und erreichte das ganze Jahr über keine 60 Prozent – trotzdem war die Versorgung stabil.

Betrachtet man den Befüllungsdurchschnitt der vergangenen sieben Jahre am 26. August, so liegt dieser laut Berechnungen auf Basis der AGGM-Daten bei 78,1 Prozent. 

Das Liniendiagramm zeigt die Gasspeicherstände in Österreich für die Jahre 2021 bis 2026 als Prozentsatz der Kapazität. Am 26. August 2026 lag der Füllstand bei 65,7 %. Im Vergleich liegen die Werte 2026 unter denen der Vorjahre. Quelle: AGGM.

Durch US-Iran-Krieg gestiegener Gaspreis hemmte Befüllung
Fachleute führen den heuer etwas geringeren Füllstand verglichen zum Vorjahr auf die Gaspreise zurück, die just angestiegen sind, als die Zeit der Einspeicherung heuer begann. Grund dafür war der US-israelische Krieg mit dem Iran. Während Österreich dank der hohen Speicherkapazitäten trotzdem versorgungssicher ist, gab es in Deutschland zuletzt bereits den Aufruf der dortigen Bundesregierung an die Marktbeteiligten, die dort recht leeren Speicher rasch vor der kalten Jahreszeit aufzufüllen.

Derzeit liegt der Preis für eine Megawattstunde Gas bei 66 Euro an der Börse. Vor einem Jahr waren es noch 33 Euro.

„Österreich hat vorgesorgt und ist bei der Gasversorgung besser aufgestellt als viele andere europäische Länder“, meinte Hattmannsdorfer am Mittwoch. „Unsere Speicher können mehr Gas aufnehmen, als Österreich in einem Jahr verbraucht. Diese starke Speicherinfrastruktur und die Strategische Gasreserve geben uns Versorgungssicherheit und sind ein klarer Wettbewerbsvorteil für unseren Standort.“

Hiesiger Jahresverbrauch bei 75 bis 80 TWh
Der Speicherstand von rund 66 Prozent entspricht etwa 66 Terawattstunden (TWh) Gas, die gesamte Speicherkapazität beträgt 100 TWh. Der Jahresverbrauch in Österreich lag zuletzt zwischen 75 und 80 TWh.

Der Grad der Einspeicherung beträgt laut Hattmannsdorfer europaweit derzeit durchschnittlich etwa 62 Prozent und ist damit geringer als hierzulande, „obwohl Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern über besonders große Speicherkapazitäten verfügt“. Der Politiker verweist in Bezug auf die Versorgungssicherheit für Haushalte und Industrie auch auf die strategische Gasreserve, verpflichtende Gasvorräte für Kraftwerke sowie besonders geschützte Reserven von Industriebetrieben. Die strategische Gasreserve war wie berichtet zuletzt bis April 2029 verlängert worden.

Experte zuversichtlich für Versorgungssicherheit
„Gasspeicher sind insbesondere in der kalten Jahreszeit und bei höherem Verbrauch relevant“, erinnert Christoph Dolna-Gruber von der Energieagentur in Unterlagen des Wirtschaftsministeriums vom Donnerstag. „Die aktuell in Österreich bereits gespeicherten Gasmengen in Kombination mit stabilen Importen und verstärkter inländischer Erzeugung in Wittau lassen uns zuversichtlich in den Winter blicken.“ 

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