Schädlings-Statistik

Zombie-Rechner: Täglich 340.000 neue Infektionen

Web
21.01.2011 11:58
Das vergangene Jahr hat laut PandaLabs einen Wendepunkt in der Geschichte des Internets markiert: Dem Sicherheitsanbieter zufolge wurden zum einen gesellschaftliche, religiöse und politische Konflikte immer mehr ins Netz verlagert, zum anderen habe sich auch eine Veränderung in der Verteilung der verschiedenen Malware-Arten und Spam-Nationen bemerkbar gemacht. So sei 2010 ungefähr ein Drittel aller bisher existierenden Schadprogramme entwickelt und verbreitet worden.

In Zahlen bedeute dies dem Unternehmen nach, dass in nur zwölf Monaten 20 Millionen neue Schädlinge entwickelt wurden - 34 Prozent aller bis dato bekannten schädlichen Codes. Es mache sich aber auch ein positiver Trend bemerkbar: Gab es in den Jahren zuvor noch einen Anstieg um über 100 Prozent, war es 2010 "lediglich" eine Zunahme von 50 Prozent an Schädlingen.

Banker-Trojaner dominierten dem Unternehmen nach weiterhin das Malware-Ranking, aber auch hier sei die Tendenz rückläufig: Im Jahr 2009 gehörten 66 Prozent aller Schädlinge in die Kategorie der Banker-Trojaner, 2010 waren es 55,91 Prozent und damit sogar zehn Prozent weniger.

Im Gegensatz dazu wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Viren programmiert. Waren es 2009 noch 6,6 Prozent, stieg die Zahl deutlich auf 22,13 Prozent an und belegt damit den zweiten Platz im Ranking 2010. Auf dem dritten Platz folgen Würmer. Auch hier gehe der Trend wieder nach oben, von drei Prozent in 2009 auf 10,38 Prozent in 2010. 

Ad- und Spyware weniger verbreitet
Vom zweiten auf den vierten Rang zurückgefallen sei hingegen Adware, teilte das Unternehmen mit (2009 noch 17 Prozent, 2010 nur noch 9,69 Prozent). Und auch Spyware werde nicht mehr so häufig verbreitet. Hier habe es einen deutlichen Rückgang von 5,7 Prozent auf 0,34 Prozent gegeben. Die Kategorie der sonstigen Schadprogramme, die insgesamt etwas über ein Prozent ausmachten, besteht unter anderem aus Dialern oder Hacking-Tools.

52 Prozent aller neuen Schadprogramme waren dem Unternehmen nach gerade mal 24 Stunden im Netz aktiv. Doch das habe einer internen Auswertung mittels des hauseigenen Online-Scanners "Panda ActiveScan 2.0" zufolge gereicht, um 53 Prozent aller Internetnutzer zu infizieren.

Spam-Aufkommen gesunken
Die Tatsache, dass im Jahr 2010 mehrere Botnetze, wie beispielsweise "Mariposa" oder "Bredolab", aufgedeckt und damit noch weitere Infektionen von Rechnern vermieden werden konnten, hatte laut PandaLabs positive Auswirkungen auf die weltweite Spam-Verbreitung. 2010 waren 85 Prozent aller empfangenen Nachrichten Spam-Mails, im Jahr zuvor waren es noch 95 Prozent gewesen. 

340.000 neue Zombie-Rechner jeden Tag
Dennoch werden dem Unternehmen nach täglich durchschnittlich 340.000 Computer mit Bots infiziert und als sogenannte Zombie-Rechner für den Versand von Spam-Mails missbraucht. Das Ranking der Spam-Verursacherländer führt laut der Statistik Indien an, gefolgt von Brasilien und Vietnam. Von diesen drei Ländern werden ungefähr 50 Prozent aller Spams versendet.

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