Zwischen Dezember 2009 und September vergangenen Jahres hackte sich Bronk in die E-Mail-Konten Dutzender Frauen aus 17 US-Bundesstaaten sowie Großbritannien. Die E-Mail-Adressen hatte er zuvor über das soziale Online-Netzwerk Facebook gesammelt. Dort fand er auch die nötigen Informationen, um die Sicherheitsfragen der jeweiligen E-Mail-Konten richtig zu beantworten.
Bilder an Bekannte der Opfer weitergeschickt
Einmal eingeloggt, änderte Bronk das Passwort, um seine Opfer auszusperren, und durchsuchte anschließend die "Gesendet"-Ordner der Postfächer nach Nacktbildern und -videos, berichtet die Zeitung "The Sacramento Bee". Die pikanten Aufnahmen speicherte Bronk allerdings nicht nur auf seiner eigenen Festplatte, sondern verschickte sie auch noch per E-Mail - an alle Personen, die in den Adressbüchern der Frauen verzeichnet waren.
Täter erpresste Frauen für "Nachschub"
In einigen Fällen ging der 23-Jährige noch weiter und erpresste Frauen, sie sollten ihm weitere schlüpfrige Aufnahmen schicken. In mindestens einem Fall habe er dem Bericht nach seinem Opfer per Online-Chat gedroht, die gefundenen Nacktbilder zu veröffentlichen, wenn er nicht noch weitere Fotos bekommt. Die Frau ließ sich auf den Handel ein.
"Virtuelle Vergewaltigung"
Auf Bronks Computer fanden die Ermittler schließlich freizügige Aufnahmen von über 170 Frauen. 3.200 Frauen wurden von den ermittelnden Behörden als mögliche Opfer ausgemacht, insgesamt meldeten sich jedoch nur 46 bei der Staatsanwaltschaft. Eine davon bezeichnete Bronks Taten als "virtuelle Vergewaltigung".
Täter schikanierte Frauen, "weil es lustig ist"
"Er ist krank", sagte die 22-jährige Danielle Piscak (Bild) aus Parkland im US-Bundesstaat Washington. Ein Freund hatte sie darauf aufmerksam gemacht, dass Nacktfotos, die sie nur an ihren Mann geschickt hatte, plötzlich auf ihrer Facebook-Seite online waren. "Ich habe ein Netzwerk von 1.500 Leuten. Sie alle haben die Bilder gesehen." Über eine andere E-Mail-Adresse wandte sich Piscak an den Täter und fragte ihn, warum er das gemacht habe. Seine Antwort: "Weil es lustig ist."
Hacker drohen bis zu sechs Jahre Haft
Das Lachen dürfte Bronk in der Zwischenzeit jedoch vergangen sein. Nach seiner Verhaftung im Oktober muss er sich nun in sieben Anklagepunkten - darunter Identitätsdiebstahl, das Eindringen in fremde Computer sowie Besitz von Kinderpornografie - vor dem Obersten Gerichtshof in Sacramento verantworten. Bronk hat sich schuldig bekannt, ihm drohen bis zu sechs Jahre Haft. Nach einer ersten Anhörung vergangene Woche soll der Prozess am 10. März fortgesetzt werden. Bis dahin wird der 23-Jährige weiter in Haft bleiben, denn die auf 500.000 Dollar festgelegte Kaution kann er nicht aufbringen.
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