25.03.2021 05:59 |

Action auf der Switch

„Monster Hunter Rise“: Eine motivierende Viecherei

Mit „Monster Hunter Rise“ bringt Capcom den neuesten Ableger seiner beliebten Action-RPG-Reihe auf die Nintendo Switch, eine PC-Version folgt 2022. Optisch nicht ganz so opulent wie „Monster Hunter World“, soll der neueste Serienteil trotzdem Serienfans und Neulinge gleichermaßen ansprechen. Wir waren auf der Pirsch.

In puncto Story war die „Monster Hunter“-Reihe noch nie wegweisend, der neueste Ableger macht da keine Ausnahme. Der Spieler wird in einem japanisch inspirierten Dörfchen in die glorreiche Jägergilde aufgenommen und fortan mit allerlei Quests versorgt, die im Wesentlichen aber alle nicht viel mehr als ein Vorwand sind, Jagd auf immer größer und gefährlicher werdende Monster zu machen - mehr Alibi denn Handlung.

Das ist doppelt schade, weil dem Spieler ansonsten eine stimmige Spielwelt vorgesetzt wird, in der sich neben Menschen auch sprechende Katzen, Reithunde und dressierte Eulen tummeln. Dazu gibt’s bizarre Monster zum Jagen und selbst Power-ups, die eigentlich Tiere sind. So eine Spielwelt ist ein Fest für Freunde der gepflegten Viecherei - und böte sicherlich mehr Raum für Handlung.

Unterhaltsame Kämpfe mit neuen Features
„Monster Hunter“ spielen die Fans freilich seit jeher der Kämpfe und nicht der Handlung wegen - und die fühlen sich im neuesten Teil unterhaltsam an. Dazu tragen einerseits die 14 Waffenarten bei, die jeweils einen eigenen Spielstil verlangen. Andererseits spielen sich die Kämpfe flott, manch einer würde vielleicht sagen: chaotisch, was für einen gewissen Adrenalinpegel sorgt. Besonders im späteren Spielverlauf geben die immer größer werdenden Monster ernst zu nehmende Gegner ab. Trotzdem erschienen uns die Kämpfe zugänglicher als in manch früherem Serienteil.

Für Abwechslung ist auch gesorgt: Als Monsterjäger kann man die titelgebenden Viecher im Spiel fangen und reiten. Unkonventionelle neue Power-ups wie der wieder aufladbare „Seilkäfer“ helfen, in der Hitze des Gefechts die Oberhand zu behalten und sich schnell aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Bei der Charakterentwicklung setzt man auf einen Mix aus sammelbaren Objekten in der Spielwelt und die laufende Verbesserung der Ausrüstung mithilfe erbeuteter Monster-Teile.

Upgrades motivieren zum Weiterspielen
Hier funktioniert das alte „Monster Hunter“-Prinzip nach wie vor sehr gut: Die Aussicht auf Ausrüstungs-Upgrades lockt den Spieler immer wieder an die Konsole, es entfaltet sich eine fast ein wenig an Online-Rollenspiele erinnernde Suchtspirale aus entbehrungsreichem Sammeln und einem befriedigenden Gefühl, wenn man endlich das ersehnte neue Rüstungsteil oder die nächste Waffe schmieden kann. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wer nicht gern „grindet“, wird hier nicht unbedingt glücklich.

Hübsch inszeniert - und auch mobil spielbar
Inszeniert ist „Monster Hunter Rise“ sehr hübsch: Das Dorf, von dem aus man sich auf die Jagd begibt, wirkt lebendig und liebevoll gestaltet. Selbiges gilt für die vielen verschiedenen Monster, die Gegenstand der einzelnen Quests sind. Auch die Animationen und Kamerafahrten gefallen. Dass „Monster Hunter Rise“ auf der Mobilkonsole Nintendo Switch nicht so detailreiche Umgebungen bietet wie der Vorgänger „World“ am PC, überrascht nicht. Dafür kann man eben auch mobil auf die Jagd gehen.

Toller Soundtrack, gewöhnungsbedürftige Steuerung
Hervorragend gefallen hat uns der Soundtrack, auch die Soundeffekte hat man gut getroffen, die Sprachausgabe ist allerdings aufs Nötigste beschränkt. Nicht ganz so gut hat uns die Steuerung gefallen, die etwas indirekt ist und eine Gewöhnungsphase braucht - ganz besonders beim Kampf gegen sehr große Monster mit teils schwer nachvollziehbaren Trefferzonen.

Die Jagdgebiete bereist man auf Knopfdruck, nachdem man im Dorf den zugehörigen Auftrag angenommen hat - Open-World-Feeling kommt so keines auf, auch wenn manch Gebiet recht groß ausfällt. Der Aufbau der Levels gefällt: Die Entwickler haben jede Menge schwer zugängliche Verstecke eingebaut, wo man manch nützliches Extra findet.

Wer lieber mit Freunden auf die Jagd geht, findet in „Monster Hunter Rise“ Mehrspieler-Missionen für bis zu vier Spieler, in denen man sich in „Tower Defense“-Manier Monsterhorden erwehrt oder es mit besonders schweren Gegnern aufnimmt. Für den Online-Modus braucht es eine kostenpflichtige Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft, die 20 Euro im Jahr kostet.

Fazit: „Monster Hunter Rise“ ist eine unterhaltsame Action-RPG-Viecherei geworden, mit der nicht nur Fans der Reihe, sondern auch Einsteiger viel Freude haben können. Eine liebevoll gestaltete Spielwelt, actionreiche und abwechslungsreiche Kämpfe und ein toller Soundtrack entschädigen dabei für eine einfallslose Story. Die Jagd nach immer besserer Ausrüstung motiviert - wenn man der Spielertyp dafür ist und das „Grinden“ nicht scheut.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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