Spezielles Know-How ist für die Nutzung der neuen Technik nicht nötig. Das E-Mail basierte Service (siehe Infobox) kann recht einfach genutzt werden: Ein Textdokument wird als Attachement an die Adresse "deutsch@robobraille.org" geschickt, nach wenigen Minuten erhält man eine Audiodatei, die den Inhalt sozusagen synthetisch vorliest.
Laut Projektleiter Daniele Marano wurde RoboBraille bereits 2004 in Dänemark erfunden; nach und nach kamen immer mehr Sprachvarianten dazu. Bis dato registrierte man um die zwei Millionen Anfragen. Die Strukturen verfeinerten sich im Lauf der Zeit: So kann man mittlerweile etwa mit Hilfe neuer Publishing-Formate wie DAISY (Digital Accessible Information System) auch formatierte Hörbücher erstellen.
Dieser Ansatz macht das Projekt interessant für jedermann: Anstatt seitenlange Dokumente auf dem PC zu lesen oder sie drucken zu müssen, kann man sich nun beispielsweise Protokolle als Sprachdatei ausgeben lassen und sie am Mp3-Player auf dem Weg zum Arbeitsplatz anhören.
Noch einige Herausforderungen zu meistern
Noch kann RoboBraille laut Marano "vieles, aber nicht alles". Nicht lineare Inhalte und mathematische Formeln etwa sind eine große Herausforderung an das Konzept der Braille-Schrift an sich, wie der sehschwache Mathematiker Berhard Stöger humorvoll erläuterte. Derzeit stehen zwölf Sprachen zur Auswahl - in unterschiedlichen Qualitätsstufen. An Optimierungen werde ständig gearbeitet.
Projektleiter Klaus Höckner bittet um reges Feedback, damit eventuelle Fehler ausgebügelt werden können. Besonders schwer tut sich RoboBraille derzeit noch mit falschen oder komplizierten Formatierungen - Bildunterschriften von Fließtext zu unterscheiden etwa. Aber auch "Lehnwörter" aus anderen Sprachen verwirren das Service: die Aussprach erfolgt immer in der gewählten Sprache.








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