23.09.2020 09:07 |

Sorge in Grünheide

Tesla darf nicht „zu zweitem Amazon werden“

Politiker und Gewerkschaft in Deutschland haben Tesla-Chef Elon Musk zur Einhaltung Tarifstandards und Arbeitnehmerrechte bei seiner künftigen Riesenfabrik bei Berlin aufgefordert. Tesla dürfe nicht „zu einem zweiten Amazon in Deutschland werden“.

Übliche Systeme von Mitbestimmung und Betriebsrat dürften nicht ignoriert werden, sagte der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft der CDU, Christian Bäumler, dem „Handelsblatt“ vom Dienstag. Das Werk in Grünheide habe eine „Leuchtturmfunktion“.

„Vom versprochenen Spaß kann niemand leben“
„Auf die Dauer werden sich ein Betriebsrat und Tarifbindung ohnehin nicht vermeiden lassen“, sagte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Klaus Barthel, der Zeitung. Fraglich sei nur, ob es darüber einen längeren Konflikt gebe. „Vom versprochenen Spaß kann auch in Grünheide niemand leben“, betonte Barthel vor dem Hintergrund Musks vielbeachteter Werbung für den neuen Tesla-Standort. Die Arbeit dort werde „super Spaß machen“, hatte Musk geschrieben.

Gesprächsangebot von Gewerkschaft bislang ignoriert
Die Industriegewerkschaft IG Metall beklagte, Musk wolle die Fabrik als Europäische Aktiengesellschaft organisieren - ohne klassische Mitbestimmungsinstrumente. „Wir erwarten, dass Tesla die deutsche Mitbestimmungskultur respektiert, die gerade in der deutschen Automobilindustrie intensiv und erfolgreich gelebt wird“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Stefan Schaumburg. Auf ein entsprechendes Gesprächsangebot der Gewerkschaft über tarifliche Regelungen vom März habe Tesla bisher nicht reagiert.

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