28.08.2020 09:03 |

Gemeinsames Gebot

Walmart will mit Microsoft TikTok übernehmen

In das Rennen um den US-Ableger des chinesischen Kurzvideo-Diensts TikTok kommt Bewegung. Die amerikanische Supermarktkette Walmart teilte am Donnerstag mit, sie werde sich einem Gebot von Microsoft anschließen. Walmart sei zuversichtlich, dass die Partnerschaft mit Microsoft sowohl die Erwartungen der amerikanischen Nutzer von TikTok erfülle als auch die Bedenken der US-Regierung ausräume, erklärte der Einzelhandelsriese. Für sich selbst sieht Walmart vor allem Potenzial, sein Online-Geschäft auszubauen.

US-Präsident Donald Trump hatte den TikTok-Eigner ByteDance ultimativ aufgefordert, sein US-Geschäft zu verkaufen. Trump fürchtet nach eigenen Worten Risiken für die nationale Sicherheit, weil US-Nutzerdaten Chinas Regierung zur Verfügung gestellt werden könnten. Interesse an dem milliardenschweren US-Geschäft des rasant wachsenden Dienstes, der vor allem mit Tanzeinlagen seiner Mitglieder bekanntgeworden ist, wird unter anderem auch Oracle nachgesagt.

Der TikTok-Mutterkonzern ByteDance macht Insidern zufolge jetzt Tempo. Das Technologieunternehmen wolle binnen 24 Stunden in exklusive Gespräche mit einem Bieter einsteigen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Vereinbarung solle bis zum 15. September stehen. ByteDance lehnte eine Stellungnahme ab. Mitte September soll eine Verfügung von Präsident Trump in Kraft treten, die US-Unternehmen Geschäfte mit TikTok verbietet. In einer separaten Anordnung forderte Trump ByteDance Anfang August auf, innerhalb von 90 Tagen die US-Sparte abzuspalten.

Insidern zufolge laufen bereits Gespräche über einen Verkauf des nordamerikanischen Geschäfts zusammen mit den Aktivitäten in Australien und Neuseeland, die alle zusammen 25 bis 30 Milliarden Dollar wert sein könnten. Dass es bald zu einer Veräußerung kommen könnte, legt mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge auch der Abgang von TikTok-Chef Kevin Mayer nahe, der am Donnerstag nach nur drei Monaten seinen Rücktritt verkündete. Im Rahmen des geplanten Verkaufs sei vorgesehen gewesen, dass Mayer gehe, sagte ein Eingeweihter. Schließlich existiere nach einer Abspaltung sein international ausgerichteter Posten nicht mehr.

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