26.07.2020 16:41 |

Premier League

Fußballklub beinahe um Million Pfund erleichtert

Fußballklubs der britischen Premier League sind besonders häufig Hackerangriffen ausgesetzt. Welche Folgen das haben kann, schildert das dem Geheimdienst GCHQ unterstellte National Cyber Security Centre in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Demnach hätte ein Klub der Profiliga durch Phishing beinahe eine Million Pfund (rund 1,1 Millionen Euro) verloren. Nur die zuständige Bank verhinderte Schlimmeres.

Wie die Cyber-Sicherheitsbehörde in ihrem Bericht „The Cyber Threat to Sport Organisations“ schildert, hatte der Sportdirektor eines namentlich nicht genannten Fußballklubs der Premier League eine Phishingmail erhalten, die ihn auf eine gefälschte Website für Microsofts Büro-Software Office 365 lockte. Wider besseres Wissen loggte er sich dort ein, woraufhin die unbekannten Angreifer seinen E-Mail-Verkehr mitverfolgen konnten.

Als der Klub wenig später in der Transferperiode gegen die Ablösesumme von knapp einer Million Pfund einen neuen Spieler verpflichten wollte, gaben sich die Hacker gegenüber dem Sportdirektor als der bisherige Verein des Spielers aus und gegenüber diesem als der Sportdirektor. Nach Bekanntgabe einer eigenen Kontoverbindung wäre der Coup beinahe geglückt. Doch die Hacker hatten Pech: Die zuständige Bank stufte ihr Konto als verdächtig ein und verhinderte die Überweisung.

Drehkreuze lahmgelegt
Weniger Glück hatte dem Bericht nach ein Klub der unteren English Football League. Seine Systeme wurde mittels erpresserischer Software, sogenannter Ransomware, lahmgelegt. Als Einfallstor hatten die Angreifer das Überwachungskamerasystem des Stadions genutzt, welches wie alle anderen Computer des Klubs in dasselbe Netzwerk eingebunden war. Weil daraufhin nebst Computern und Servern selbst die Drehkreuze am Stadioneingang versagten, hätte ein Spiel beinahe abgesagt werden müssen. Am Ende kam es zwar nicht so weit, der Vorfall kostete dem Klub dennoch „mehrere Hunderttausend Pfund“.

Dies sind nur zwei von vielen Beispielen. Dem National Cyber Security Centre zufolge haben bereits 70 Prozent aller Sportorganisationen einen „Cyber-Vorfall“ verzeichnet. Jeder dritte Verein habe in den vergangenen zwölf Monaten sogar mehr als fünf solcher Zwischenfälle registriert. Die Behörde rät daher zu besonderer Vorsicht und zum Aufbau jeweils eigener Netzwerke für etwa Bezahlsysteme, Drehkreuze oder Überwachungskameras.

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