08.07.2020 07:28 |

Kampagne verlängert

Facebook lässt Werbeboykott weiter kalt

Die Organisatoren des weltweiten Werbeboykotts gegen Facebook sehen weiterhin kein entschiedenes Vorgehen des US-Konzerns gegen Hass und Hetze im Internet und wollen ihre Kampagne deshalb fortsetzen. Das kündigten sie am Dienstag nach einer Online-Sitzung mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg an.

Bei dem Treffen habe die Konzernspitze die Aktivisten nicht davon überzeugen können, „dass sie zu Taten schreiten“, sagte Jessica Gonzalez von der Gruppe Free Press, einer der Mitgliedsorganisationen der Kampagne. Der Boykott solle ausgeweitet werden, kündigte sie an. Rashad Robinson von der Gruppe Color of Change nannte das Treffen „eine Enttäuschung“.

Dem Boykottaufruf unter dem Motto „Stop Hate For Profit“ sind zahlreiche Unternehmen rund um den Globus gefolgt. Sie verzichten auf das Schalten von Werbeanzeigen in den Online-Netzwerken von Facebook. Unter den Teilnehmern des Boykotts befinden sind auch zahlreiche große Konzerne wie Volkswagen, Henkel, Unilever, Starbucks, Coca-Cola, Adidas und Puma oder SAP.

Druck auf soziale Netzwerke wächst
Vor dem Hintergrund der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste ist zuletzt der Druck auch auf andere Online-Plattformen gewachsen, mehr gegen diskriminierende und extremistische Inhalte zu unternehmen. Facebook verbannte unlängst ein Netzwerk rechtsextremer Gruppen von seinen Seiten. Auch erklärte der Konzern, problematische Inhalte von Politikern künftig markieren zu wollen. Am Dienstag stellte die Nummer zwei von Facebook, Sheryl Sandberg, weitere Maßnahmen gegen diskriminierende Inhalte in Aussicht.

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