15.05.2020 07:55 |

Kritik an Mode-Händler

Zalando: Software überwacht Mitarbeiterleistung

Der deutsche Online-Modehändler Zalando hat nach einem Medienbericht eingeräumt, die Leistung seiner Beschäftigten in den Logistikzentren genau zu überwachen. Eine Software erfasse, wie viele Artikel die Mitarbeiter bearbeiten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die deutsche Gewerkschaft Verdi kritisierte den wachsenden Druck auf die Beschäftigten.

„Kolleginnen und Kollegen fühlen sich nur noch fremdbestimmt und gefangen“, sagte Verdi-Versandhandelsexperte Orhan Akmann. Betroffen sind Beschäftigte, die in den Logistikzentren Artikel aus den Regalen holen oder sie dort einbuchen. Gesteuert wird das vom Warenwirtschaftssystem Zalos, das auch leistungsbezogene Informationen enthält. „Ein Beispiel ist die Zahl der bearbeiteten Artikel pro Stunde“, hieß es einer Zalando-Stellungnahme. „Diese Information allein gibt jedoch keine Auskunft über die Leistung der Mitarbeiter“, betonte das Unternehmen. So dauere es länger, Stiefel zu bearbeiten als Flip Flops.

Unterstützung und Wertschätzung
Verdi kritisierte überdies Gespräche, die Vorgesetzte monatlich und nach Krankheiten mit den betroffenen Mitarbeiten führten. Dies erzeuge zusätzlichen Druck. Nach Zalandos Angaben ist der Zweck der Gespräche ein anderer: „Sie dienen der Unterstützung sowie Wertschätzung der Mitarbeiter.“ Das Unternehmen betonte, sich eng mit Betriebsräten abzustimmen und alle Datenschutzbestimmungen einzuhalten. „Der Wettbewerb um Arbeitskräfte ist hoch, deshalb sind wir bestrebt, sehr gute Arbeitsbedingungen zu bieten.“

„Klima der Angst“
Bereits im vergangenen Herbst war Zalando für den Einsatz seiner Software Zonar kritisiert worden, mit der sich Beschäftigte in der Verwaltung gegenseitig bewerten. Das erzeuge ein Gefühl der Überwachung, Leistungsdruck und Stress, so eine Studie der Berliner Humboldt-Universität für die gewerkschaftsnahe Böckler-Stiftung damals. Der Konzern drücke damit die Löhne und schaffe ein Klima der Angst.

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