Kurz vor seinem 100. Geburtstag gibt Benediktinermönch David Steindl-Rast der „Krone“ sein – nach eigenen Angaben – letztes Interview. Es fallen Sätze, die nachdenklich stimmen. Im Folgenden einige Auszüge. Komplett zu lesen nur bei Krone+!
Benediktinermönch David Steindl-Rast wird am 12. Juli 2026 einhundert Jahre alt und lebt im Europakloster Gut Aich in Sankt Gilgen am Wolfgangsee (Salzburg). Er tanzt gerne, sagt er zu Conny Bischofberger. „Bitte sprechen Sie laut!“, mahnt er – er hört nicht mehr so gut.
„Wie kann man gut sterben?“, fragt unsere Chef-Interviewerin direkt in Anspielung auf sein jüngstes Buch. Jeder Mensch solle sich auf den Tod vorbereiten – jeden Tag, rät der alte Mönch. „Wenn man fast 100 ist, dann ist es ein Gebot der Stunde.“
„Wir wissen nicht, wie es dort ausschaut“
Es folgt eine Aussage, die man von einem christlichen Geistlichen nicht erwartet – auf die Frage, was nach dem Tod kommt, sagt Bruder David offen: „Nichts! Wir gehen hinüber, aber wir wissen nicht, wie es dort ausschaut.“ Von der Zeit nach dem Tod zu sprechen, erscheine ihm „unpassend“.
Aber es gebe vieles, das darüber hinausgehe. „Die Liebe zum Beispiel. Liebe ist ewig“, ist sich der fast 100-Jährige sicher.
„Lernen, dass es eben so ist ... “
Was genau uns Bruder David damit sagen will, bleibt offen – einen Hinweis gibt es aber: Es geht darum, im Augenblick zu leben.
„Nicht an der Vergangenheit hängen bleiben, indem man bedauert, dass alles vergeht. Sondern lernen, dass es eben so ist, den vergangenen Augenblick loslassen und den nächsten nicht vorwegnehmen.“ Man soll „jeden Augenblick dankbar leben“.
So gibt man dem gegenwärtigen Augenblick Zeit, sich zu entfalten. Dann merken wir, dass die meisten Augenblicke etwas enthalten, das uns Freude machen kann.
David Steindl-Rast, Mönch
„Das kann man trainieren“
Dankbarkeit sei der Schlüssel zur Freude, sagt Bruder David. „Das kann man trainieren. Sogar, wenn man Staub wischt.“ Gelernt hat er viel von einem buddhistischen Mönch – der brachte ihm wohl auch bei, selbst beim Staubwischen Dankbarkeit zu empfinden.
Glück, als Einsiedler zu leben
Bruder David lebte zehn Jahre lang als Einsiedler. „Ich hatte dieses große Glück“, sagt er. „Alles, was ich erlebt habe, hat mich auf seine Weise dem großen Geheimnis des Lebens, das wir auch Gott nennen, näher gebracht.“
Was ist nun dieses Geheimnis? Ganz einfach: „Fürchtet euch nicht.“ Angst lasse sich im Leben nicht vermeiden (...), doch „Furcht besteht darin, dass man sich dagegen sträubt.“ Die Politik müsse „natürlich auch etwas dazu beitragen“, mahnt Bruder David.
Mahnung an die Politik
Welche politischen Botschaften der Benediktinermönch den „Krone“-Lesern mitgibt und was seine größte Sorge ist, lesen Sie im großen persönlichen Interview mit Conny Bischofberger.
Es war sein letztes Interview, wie er versichert – auch wenn es künftig einen Chatbot namens „Bruder David“ geben soll. Vielleicht könne er mithilfe dieser künstlichen Intelligenz noch einigen Menschen behilflich sein. Mit dem ewigen Leben habe das aber überhaupt nichts zu tun.
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