09.05.2020 23:13 |

Zahlen steigen an

Coronavirus: Weltweit über 4 Millionen Infizierte

Weltweit ist die Zahl der am Coronavirus Infizierten weiter stark im Ansteigen und hat jetzt die Vier-Millionen-Grenze überschritten. Die Johns-Hopkins-Universität, die ihre Daten laufend aktualisiert, zählte am späten Samstagabend 4.004.224 Millionen Erkrankte. Viele Neuinfektionen gibt es in den USA, Brasilien und Russland, in Frankreich wird am Montag nach fast zweimonatigem Lockdown die Ausgangssperre gelockert. China kündigt eine Reform der Seuchenprävention und der Frühwarnsysteme des Landes für Epidemien an. Der Iran, vom Virus schwer getroffen, sieht sich nun endlich auf einem guten Weg. In Österreich hingegen bewegt sich die Zahl der jemals Infizierten schon seit 23. April in kleinen Schritten im 15.000er-Bereich.

Die Zahl der in Österreich am Coronavirus aktuell erkrankten Personen ist unter 1300 gefallen. Die Statistik des Innenministeriums wies 1290 Infizierte auf, was im Vergleich zum Freitag ein Minus von 34 ist. 309 Personen waren am Samstagvormittag hospitalisiert, 79 befanden sich auf Intensivstationen. Das sind um 30 bzw. zwei weniger als 24 Stunden davor. 13.928 Personen gelten als wieder genesen. 15.833 Fälle wurden bis Samstag (9 Uhr) vermeldet, mit einem Plus von einem Verstorbenen seit Freitag gab es bisher 615 Todesopfer.

Das Gesundheitsministerium stellte am Samstag per Aussendung auch klar, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während der Geburt aus medizinischer Sicht werdenden Müttern nicht empfohlen wird. Eine entsprechende Richtlinie werde vorgelegt. Krankenhäuser müssten andere, geeignete Schutzmaßnahmen treffen, um ihre Mitarbeiter, Gebärende und Kinder zu schützen. Einheitlich geregelt war das in Österreich bisher nicht, in manchen Spitälern hatten Mütter einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen müssen, in anderen nicht.

Durchreise durch Südtirol wieder erlaubt
Erleichterungen gibt es pünktlich vor dem Muttertag für Reisen von Nord- nach Osttirol oder umgekehrt, da ist die Durchreise durch Südtirol wieder erlaubt. Dabei ist laut Auskunft des Gesundheitsministeriums aber darauf zu achten, dass insbesondere Fahrten zu familiären Zwecken, Berufsfahrten und Fahrten zur gesundheitlichen Versorgung ohne weitere Einschränkungen möglich sind. Gleichzeitig gilt auch die italienische Regelung, wonach bei Fahrten durch Südtirol eine Meldung an den Südtiroler Sanitätsbetrieb gemacht werden muss.

Viele Neuinfektionen in den USA, Brasilien und Russland
International zählen Russland und Brasilien hinter den USA zu den Spitzenreitern nach der Anzahl von Neuinfektionen, beide Länder zählten im 24-Stunden-Fenster mehr als 10.000 Neuinfektionen. Russland hat damit bereits fast 200.000 Infektionen, liegt damit weltweit auf Platz fünf. Die Zahl der Toten in Russland blieb mit 1827 - zumindest nach offiziellen Angaben - aber weiter niedrig, wogegen 751 weitere Todesopfer in Brasilien die Gesamtzahl auf mehr als 10.000 steigen ließ - als bisher sechstes Land weltweit.

Strenge Auflagen in Frankreich
Eines dieser anderen fünf Länder ist Frankreich, wo am Montag nach fast zweimonatigem Lockdown die Ausgangssperre gelockert wird. Rund 400.000 Geschäfte und Dienstleistungsunternehmen öffnen wieder. Cafes und Restaurants, Theater, Kinos, Konzertsäle und Sportstätten müssen aber geschlossen bleiben. Im Pariser Großraum und drei weiteren Regionen im Nordosten gelten jedoch weiter die strengsten Auflagen landesweit. Parks und Kaufhäuser bleiben geschlossen, der Nahverkehr ist stark eingeschränkt.

Italien: Druck auf Regierung
In Italien wollen indes viele italienische Regionen dem Beispiel Südtirols folgen und machen für eine stärkere Lockerung der Vorsichtsmaßnahmen Druck auf die Regierung in Rom. So fordern sie, dass Kleinhandel, Tourismus und Gastronomie, die erst am 1. Juni neu starten sollen, früher öffnen können. Die Regionen plädieren für ein geografisch gestaffeltes Vorgehen. Südtirol hat einzelne Vorschriften dank seiner Autonomie bereits im Alleingang gelockert, u.a. darf der gesamte Einzelhandel seine Tätigkeit wieder aufzunehmen.

15-Minuten-Tests in Japan
In Japan wiederum sollen nach Kritik die Verfahren für Coronavirus-Tests verbessert werden. Die Regierung plant für nächste Woche die Genehmigung von Test-Kits, mit denen Coronavirus-Antigene in schon 15 bis 30 Minuten festgestellt werden könnten. Antigen-Tests werden oft bei Grippeuntersuchungen eingesetzt. Eine schon beschlossene Lockerung der Kriterien für die Tests hob eine Regel auf, wonach sich bisher nur Menschen mit mindestens vier Tagen lang zumindest 37,5 Grad Fieber testen lassen durften.

Reform der Seuchenprävention in China
China, der Ausgangspunkt der Pandemie, kündigte am Samstag eine Reform der Seuchenprävention und der Frühwarnsysteme des Landes für Epidemien an. Gemäß der Nationalen Gesundheitskommission soll eine zentralisierte und effiziente Befehlskette aufgebaut sowie die Prävention und die Frühwarnsysteme modernisiert werden. Zudem soll im Kampf gegen Epidemien verstärkt auf die Auswertung großer Datenmengen zurückgegriffen werden.

Iran auf gutem Weg, Färöer corona-frei
Auf einem guten Weg sieht sich schließlich der Iran, da innerhalb von 24 Stunden nur 50 neue Todesopfer und 1520 Neuinfizierte verzeichnet worden seien. Im schwer vom Virus getroffenen Land gab es bisher knapp 105.000 Infizierte und mehr als 6500 Tote. Keinen einzigen der laut Johns-Hopkins-Universität weltweit mehr als 275.000 Toten verzeichneten hingegen die Färöer-Inseln. Zudem seien da alle insgesamt 187 Infizierten wieder geheilt. Die zum dänischen Königreich Inseln sind somit offiziell corona-frei.

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