Barkeeper berichtet

Kärntner infizierte sich in Ischgl: „Wie im Krieg“

Kärnten
06.04.2020 07:55

Als Barkeeper in Ischgl steckte sich der Gmünder Dominik Glanznig (23) mit Corona an. Er spricht über seine Flucht aus Tirol.

„Krone“: Deine erste Saison als Barkeeper in Ischgl hättest du dir anders vorgestellt, oder?
Dominik Glanzing:
Lange war ja alles super! Aber dann schlich sich der Corona-Horror ein: Einige Bars mussten schließen. Warum, das wusste von uns Angestellten keiner!

Hattest du anfangs viel von Corona mitbekommen?
Nein. Das Virus war ein Tabuthema. Es wurde einfach ignoriert.

Wann wurdest du über die heikle Lage informiert?
Erst einen Tag bevor unser Hotel ins Saisonende startete! Es war der 13. März. Die Chefin sagte zu mir: „Hau ab, solange du noch kannst! Um 14 Uhr wird das Paznauntal wegen Corona gesperrt.“

Hackl verteidigt die Topdestinationen Tirols. Tirol sei sicher nicht der Sündenbock der Nation. (Bild: Birbaumer Christof)
Hackl verteidigt die Topdestinationen Tirols. Tirol sei sicher nicht der Sündenbock der Nation.

Und dann? Wie hast du reagiert?
So schnell ich konnte lief ich in mein Zimmer und packte meine Sachen. Es waren Bilder des Schreckens. Jeder rannte mit seinen Koffern zum Auto. Es fühlte sich an wie im Weltkrieg. Die Leute schrien und waren alle verzweifelt. Auch ich wollte nur noch heim nach Gmünd.

Hattest du damit gerechnet, dass du dich mit dem Virus angesteckt hast?
Ich bekam ein mulmiges Gefühl. Als ich daheim war, ließ ich mich sofort testen. Und leider war ich positiv.

Wie ging es dir dann?
Es war wie eine Verkühlung, nur viel schlimmer. Ich hatte höllische Schmerzen beim Schlucken.

Deine dreiwöchige Quarantäne ist nun vorbei.
Mir geht’s wieder gut, aber was mich stört ist, dass ich nicht mehr getestet wurde. Es ist ein Gefühl der Ungewissheit. Man holte sich von mir nur eine Unterschrift ab, dass die Quarantäne nun vorüber ist.

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