08.01.2020 13:31 |

Gewalt gegen Kinder

Stadt verteilt kuschelige „Mutmacher“ an Schüler

Einem erheblichen Anteil von Kindern geht es zu Hause nicht gut: Sie wachsen in einem Umfeld auf, in dem Gewalt an der Tagesordnung steht. Grazer Volksschüler bekommen jetzt  einen „Mutmacher“ in Form eines kleinen Stoffobjektes geschenkt - mit Telefonnummer zu einer Hotline im Amt für Jugend und Familie.

Schläge, Stöße, Ohrfeigen hinterlassen sichtbare Spuren an Kindern. Häusliche Gewalt betrifft Kinder aber auch existenziell, wenn sie keine körperliche Gewalt erleben. Oft sind es Demütigungen, Vernachlässigung oder erniedrigende Worte, die lebenslange Spuren in der Psyche der Kinder hinterlassen können.

Auch in der Stadt Graz handelt es sich nicht um Einzelfälle: Die Kinderschutzgruppe am Grazer LKH-Uniklinikum ist beispielsweise jährlich mit rund 40 traumatisierten Kindern und Jugendlichen konfrontiert, im Kinderschutzzentrum Graz werden jährlich rund 720 Familien und deren Kinder sowie Einzelpersonen beraten und therapiert.

„Ich hab‘ Mut“
Mit der Kampagne „Ich hab‘ Mut“ will die Stadt Graz Kindern zu ihrem Recht verhelfen, in gewaltfreien Verhältnissen aufzuwachsen. „Gewalt kommt in allen sozialen Schichten, Kulturen und Altersstufen vor. Wir wollen Kindern einen positiven Wegbegleiter für schwierige Situationen geben - vor Schularbeiten, schwierigen Entscheidungen oder wenn es darum geht, Dinge anzusprechen“, sagte Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP).

Gelingen soll das über den kleinen kuscheligen „Mutmacher“ samt Hotline-Nummer. „Kinder sollen wissen, dass sie sich auf uns verlassen können. Sie erhalten Unterstützung per Telefon, wir machen auch Hausbesuche und stärken Eltern in ihrer Erziehungskompetenz und beraten sie, wenn sie an ihre Grenzen stoßen“, schilderte Ingrid Krammer vom Amt für Jugend und Familie.

In den kommenden Wochen werden die „Mutmacher“ in den Grazer Volksschulen ausgeteilt: Sie gehen an alle Kinder der dritten Klasse, insgesamt werden damit 2500 Kinder erreicht. „Die Lehrer sind informiert“, sagte Krammer.

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