31.12.2019 06:05 |

Knalltrauma

Silvesterfeuerwerk ist eine Gefahr für die Ohren

Jedes Jahr sorgen Feuerwerksunfälle für Verletzungen, die mitunter im Spital enden. Neben Händen und Augen sind Ohren besonders gefährdet. Österreichische Hörakustiker geben Tipps für ein gehörschonendes Silvester.

Die meisten Unfälle mit Feuerwerkskörpern passieren in der Zeit um den Jahreswechsel. Raketen und Böller zu zünden ist nicht nur für die Finger gefährlich. Explosionen in unmittelbarer Nähe können auch in den Ohren ein Knalltrauma verursachen. Dazu reicht ein kurzer Knall ab 135 dB. Zum Vergleich: Bereits die beliebten „Chinaböller“ erreichen 145 dB. Feuerwerke, die am Boden „fehlzünden“, überschreiten die Gefahrenschwelle mit Leichtigkeit.

„Gerade bei Knalltraumata zu Silvester ist die Dunkelziffer besonders hoch. Die meisten Menschen suchen bei einer Hörminderung nach einem besonders lauten Kracher nicht sofort medizinische Hilfe auf. Viele wissen auch gar nicht, was ein Knalltrauma ist“, erklärt Josef Riegler, Bundesinnungsmeister der Hörakustiker. Symptome wie Dröhnen oder Rauschen in den Ohren, ein dumpfes Hörempfinden oder eine akute Hörverminderung sind ein Hinweis, dass feine Innenohrhärchen beschädigt wurden. Auch Tinnitus kann entstehen.

So schützt man die Ohren 
In den meisten Fällen kehrt bei einem Knalltrauma das Gehör von selbst zurück, jedoch sollte bei den ersten Anzeichen weitere Lärmbelastung vermieden und sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden, um schwerwiegendere Folgen auszuschließen. „Noch besser wäre es freilich, bereits vorbeugend etwas für den Ohrenschutz zu tun“, rät der Experte und gibt folgende Tipps:

  • Vor allem Kinder und Jugendliche sollten einen Gehörschutz verwenden, denn ihre Ohren sind besonders sensibel. Bereits Ohrenstöpsel erweisen hierfür gute Dienste, noch besser ist ein sogenannter Kapselgehörschutz.
  • Ist man öfter starkem Lärm ausgesetzt, wäre ein individuell angepasster Gehörschutz empfehlenswert. Die Ohrpassstücke schließen das Ohr ab und können durch spezielle Filter Frequenzen filtern. „Bei einer Dauerbelastung stellt bereits eine Lautstärke von 80 dB ein gesundheitliches Risiko dar und ist eine Ursache für den schleichenden Hörverlust im Alter“, erläutert Josef Riegler.
  • Wer nicht gänzlich auf Knallereien verzichten möchte, kann beispielsweise auf Fontänen, Knallerbsen, Wunderkerzen oder Knallfrösche umsteigen. Diese sind auf eine Distanz von einem Meter ungefährlich fürs Gehör.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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