20.12.2019 06:01 |

krone.at-Test

Thinkpad X1 Yoga: Besser geht ein Convertible kaum

Anfangs nur für das Privatkundengeschäft in Stellung gebracht, gibt es Lenovos 360-Grad-Notebooks der Yoga-Reihe seit geraumer Zeit auch als Business-Gerät. Das jüngste Modell ist das Thinkpad X1 Yoga, das in der vierten Generation ein Facelifting erhalten hat und nun im hochstabilen Alu-Kleid daherkommt. Wir haben das Business-Gerät mit dem Touchscreen getestet - und waren schwer davon angetan.

Die X1-Serie gehört seit Jahren zum Besten, was Lenovos Business-Notebookschiene Thinkpad hergibt - bei Ultrabooks sowieso, aber auch bei 360-Grad-Notebooks. Geringes Gewicht, saubere Verarbeitung, stabile Gehäuse, genug Rechenpower, scharfe Displays: Thinkpad-X1-Nutzer bekommen viel, greifen dafür aber auch tief in die Tasche.

Das von uns getestete X1 Yoga kostet rund 2300 Euro, in der Top-Ausstattung mit 4K-Display und zwei Terabyte SSD-Speicher werden mehr als 3000 Euro fällig. Für knapp unter 2000 Euro gibt es eine Version mit i5-Chip, acht Gigabyte RAM, Full-HD-Display und 256 GB SSD.

Diese Hardware war im von uns getesteten Thinkpad X1 Yoga verbaut:

Lenovo Thinkpad Yoga X1 (2019)

CPU

Core i7-8565U: 4 x 1,8 GHz

RAM

16 GB DDR3

Diagonale

14 Zoll

Auflösung

2560 x 1440 Pixel

Massenspeicher

512 GB SSD (PCIe)

Optisches Laufwerk

nicht vorhanden

Grafiklösung

Intel UHD Graphics 620

Anschlüsse

HDMI 1.4b, 2 x Thunderbolt 3 (USB-C), 2 x USB 3.0 (USB-A), Audioklinke, Ethernet (mit Adapter)

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 5.0, LTE, NFC

Webcam

0,9 Megapixel

Akku

51 WH - 18,1 Stunden laut Hersteller

Software

Windows 10 Pro

Extras

Spritzwasserfeste Tastatur
Stabiles Alu-Chassis
Eingabestift (im Gehäuse)

Gewicht

1,36 Kilo

Preis

ab ca. 2300 Euro

In puncto Rechenkraft lässt das getestete Thinkpad X1 Yoga keine Wünsche offen: Der Vierkern-Chip bietet in Kombination mit dem üppigen RAM mehr als genug Power für die tägliche Office-Arbeit, Multimedia-Anwendungen und stemmt auch Kreativ-Software wie Photoshop ohne Probleme.

Hitze- und Geräuschentwicklung überschaubar
Jagt man das Gerät durch das Benchmark-Tool PCMark 10, erzielt es mit über 3700 Punkten eine gute Wertung. Geräusch- und Hitzeentwicklung unter Last gehen in Ordnung: An der Unterseite wird das Gerät bei intensiver Nutzung zwar spürbar warm, aber nicht übertrieben heiß. Der Lüfter ist selbst unter Last sehr leise.

Die Schwäche des Thinkpad X1 Yoga sind 3D-Anwendungen: Weil statt eines dedizierten Grafikchips eine Onboard-Lösung zum Einsatz kommt, machen GPU-intensive Anwendungen - Videoschnitt, Games, 3D-Design - keine Freude auf dem Gerät. Das ist bei einem Business-Laptop aber auch zu erwarten.

Gutes Display mit 2560 x 1440 Pixeln
Das Display in unserer Testkonfiguration hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen: Es spiegelt zwar, was vor allem bei der Nutzung im Freien problematisch werden kann, bietet gleichzeitig aber auch eine hohe Helligkeit und stellt Inhalte angenehm scharf dar. Seitliche Ablesbarkeit und die saubere Farbdarstellung gefallen ebenfalls.

Das Display mit 2560 mal 1440 Pixeln ist unserer Einschätzung nach ein guter Kompromiss zwischen Schärfe und Akkulaufzeit. 4K-Displays zuzeln den Akku erfahrungsgemäß sehr schnell leer, da ist eine geringere Auflösung für die mobile Arbeit oft die bessere Wahl.

Traumhafte Verarbeitung
In puncto Verarbeitung ist das Thinkpad X1 Yoga ein Traum. Das Gerät steckt in einem hochstabilen dunkelgrauen Gehäuse aus CNC-gefrästem Aluminium, das weder am Deckel, noch an der Handballenauflage oder der Unterseite bei Druck nachgibt. Es ist verwindungssteif, fühlt sich hochwertig an, ist unempfindlicher gegen Schmutz als die matten Plastikgehäuse, die Lenovo sonst für seine Thinkpads wählt. Kurzum: In puncto Verarbeitung haben wir rein gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Besser geht es kaum.

Großartige Eingabegeräte
Exzellent sind auch die Eingabegeräte - das große Touchpad mit seinen tollen Gleiteigenschaften und klarem Druckpunkt, der Trackpoint in der Tastaturmitte, und besonders die beleuchtete Tastatur. Sie liefert ausreichend Hub, einen klaren Anschlagpunkt und operiert beim Tippen sehr leise. Der Touchscreen reagierte im Test präzise auf unsere Eingaben. Der im Gerät versenkbare Eingabestift ist durch seine geringe Größe zwar nicht der ergonomischste Vertreter seiner Art, arbeitet aber zuverlässig.

Erwähnenswert: Das Thinkpad X1 Yoga klingt mit seinen Dolby-Atmos-Lautsprechern für Notebook-Verhältnisse ausgesprochen gut. Ein richtiges Soundsystem ersetzen sie natürlich nicht, für die gelegentliche Nutzung von Netflix und anderen Streaming-Diensten sind sie aber ein netter Bonus.

Kein Speicherkartenleser vorhanden
Bei der Ausstattung findet sich eines der wenigen Haare in der Thinkpad-X1-Yoga-Suppe: Das Gerät verfügt über keinen Speicherkartenleser - weder für SD-, noch für microSD-Speicherkarten. Davon abgesehen ist es aber gut ausgestattet: Normal große HDMI- und USB-Anschlüsse sorgen dafür, dass externe Displays und USB-Peripherie ohne Adapter genutzt werden können. Die flotten Thunderbolt-3-Ports sind eine praktische Sache. Manche ein Netzwerkarbeiter könnte sich allerdings einen ohne Adapter nutzbaren Ethernet-Port wünschen.

Genug Akkulaufzeit für einen Arbeitstag
Die vom Hersteller angegebenen 18 Stunden Akkulaufzeit sind in der Praxis wohl nur bei sehr geringer Auslastung, minimaler Bildschirmhelligkeit und unter Zuhilfenahme aller Energiespar-Funktionen erreichbar. Im Test, bei dem wir vor allem via WLAN im Internet gesurft, Videos angesehen und Office-Programme genutzt haben, kamen wir bei mittlerer Bildschirmhelligkeit eher auf die Hälfte. Das reicht für einen Arbeitstag, es gibt aber deutlich ausdauerndere Geräte.

Das 360-Grad-Scharnier, mit dem sich das Gerät vom Laptop in ein Tablet verwandelt, arbeitete im Test zuverlässig und macht einen langlebigen Eindruck. Es ist schwergängig genug, um zu verhindern, dass das Display zu leicht ins Wippen kommt. Das hat allerdings wiederum den Nachteil, dass das Thinkpad X1 Yoga nicht mit einer Hand aufgeklappt werden kann. Die Tastatur wird bei Nutzung im Tablet-Modus deaktiviert, um Fehleingaben vorzubeugen. Ein etwas seltsames haptisches Gefühl bleibt durch die Tasten an der Geräterückseite aber.

Business-Erwartungen werden erfüllt
Die zentralen Tugenden eines Business-Notebooks sind beim Thinkpad X1 Yoga gegeben: Es ist sehr stabil, bietet viele (normal große) Anschlüsse, ist via LTE auch unterwegs mit dem Internet verbunden und bietet eine Wartungsklappe an der Geräteunterseite. Nichts zu bemängeln!

Das vorinstallierte Windows 10 Pro ist weitgehend frei von Bloatware. Der Hersteller legt lediglich Service-Tools und ein paar andere kleine Werkzeuge bei. Dass Windows 10 Pro heute ab Werk potenziell unerwünschte Minispielchen wie „Farm Heroes Saga“ enthält, ist nicht Lenovos Fehler, sondern Microsoft zuzuschreiben.

Fazit: Ein Business-Gerät, fast ohne Fehl und Tadel
Lenovo ruft einen stolzen Preis für sein Thinkpad X1 Yoga aus, liefert dafür aber auch eines der wohl besten Business-Convertibles. Genug Rechenpower, eine Verarbeitungsqualität zum Niederknien, tolle Eingabegeräte, gängige Business-Tugenden und sogar ein Eingabestift lassen wenige Wünsche offen. Den fehlenden Speicherkartenleser kann man verschmerzen. Die Akkulaufzeit entsprach im Test nicht der Herstellerangabe, reicht aber für einen Arbeitstag. Alles in allem halten wir das Thinkpad X1 Yoga für ein sehr überzeugendes Business-Notebook, dessen Stärken nicht nur im Büro für sich sprechen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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