„Bin in Schockstarre“

Wegen Scheidung: Steirerin missbrauchte Ehemann

News aus Graz
19.04.2026 06:00

Prozess mit Seltenheitswert in Graz: Eine Steirerin musste sich wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs an ihren Ehemann verantworten. Sie wollte die bevorstehende Scheidung offenbar nicht akzeptieren. Die Einsicht kam spät, aber doch.

„Die Ehe war schon seit Längerem zerrüttet“, schildert die Staatsanwältin zu Beginn des Prozesses in Graz. „Als der Ehemann der Angeklagten dann mitteilte, dass er sich trennen möchte, hat sie das nicht sehr gut vertragen.“ Die Paartherapie scheiterte, der Mann siedelte im gemeinsamen Haus in das Zimmer des Sohnes, der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezogen war.

Die 46-Jährige soll daraufhin mehrmals versucht haben, „mit ihrem Mann etwas zu haben, aber er wollte nicht“, führte die Anklägerin weiter aus. Als der 50-Jährige dann vor etwa einem Jahr eines Tages nach einem anstrengenden Arbeitstag in den Tiefschlaf verfiel, schlich sie in sein Bett und missbrauchte ihn.

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Als der Ehemann der Angeklagten mitteilte, dass er sich trennen möchte, hat sie das nicht sehr gut vertragen.

Die Staatsanwältin

Als er aufwachte und sich wehrte, verletzte sie ihn brutal im Genitalbereich, weshalb neben sexuellem Missbrauch einer wehrlosen Person auch Körperverletzung angeklagt wurde. „Egal ob Mann oder Frau, wenn jemand nicht sexuell verkehren will, ist das zu akzeptieren“, schloss die Staatsanwältin ihren Eröffnungsvortrag.

„Ihr Märchenschloss brach zusammen, sie war hilflos“
Der Verteidiger der Angeklagten betonte, dass für seine Mandantin ihr Märchenschloss zusammenbrach, als die Liebe ihres Lebens nach 20 Jahren Ehe plötzlich von Scheidung sprach. „Sie war hilflos, wehrlos und fragte sich immer wieder nach dem Warum, doch sie bekam keine Antwort.“ Für die Rangelei im Zimmer des Sohnes übernahm die gelernte Verkäuferin von Beginn an die Verantwortung. „Doch ein sexueller Missbrauch hat so nie stattgefunden“, so ihr Anwalt. 

„Ich bin noch immer in Schockstarre, was mein Mann mir da antut“, erklärte die zweifache Mutter dann dem Richtersenat. „Ich dachte zuerst, das ist so eine Phase, weil er 50 geworden ist. Es brach wirklich eine Welt für mich zusammen.“ Am Tattag, beteuert sie, wollte sie wirklich nur mit ihm reden. Deswegen habe sie sich zu ihm ins Bett gelegt. „Doch er sagte, ich soll verschwinden und hat mich zum Türstock gedrängt. Da hab’ ich mich natürlich gewehrt.“

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Ich bin noch immer in Schockstarre, was mein Mann mir da antut.

Die Angeklagte

„Also erfindet ihr Mann den sexuellen Übergriff?“, fragt die Richterin noch einmal mit Nachdruck. „Ja“, nickt die Angeklagte, „damit hat er schon länger gedroht, dass er mich anzeigt“. Bevor die Schilderungen dann aber offenbar noch abenteuerlicher werden, bittet der Verteidiger um eine Pause.

Danach legt die Frau überraschend ein Geständnis ab und zahlt auch gleich das Schmerzensgeld an den Anwalt ihres Mannes. Das dürfte sie vor einer höheren Strafe bewahrt haben. Urteil: ein Jahr auf Bewährung und 1800 Euro unbedingte Geldstrafe plus Weisung zur Therapie; nicht rechtskräftig.

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