Am häufigsten zur Darstellung des eigenen Selbst genutzt wird YouTube. Zwei Drittel der Videobeiträge fallen dort unter die Kategorie "Egoclip". Immer mehr an Bedeutung gewinne laut den Jugendforschern der Leistungsverkauf, nicht mehr die Leistungserbringung. "Man nennt das &aposLaufstegökonomie&apos", sagte Heinzlmaier. Die gelungene Präsentation ist wichtig, auf die Selbstinszenierung komme es an. "Casting statt Prüfung" sei das Schlagwort, dies reiche bis in betriebliche Abläufe hinein.
Jugend zunehmend lesefaul
Die Internetnutzung Jugendlicher hat in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Gaben laut Mediaanalyse im Jahr 2001 lediglich 33,4 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen an, täglich aktiv im Internet zu sein, so waren es im Jahr 2009 bereits fast 80 Prozent. Fast 100 Prozent der 16- bis 24-Jährigen in Österreich haben Zugang zum Internet. Als Folge dessen wenden sich vor allem Burschen zunehmend von der Schreib-Lesekultur ab. 60 Prozent der Elf- bis 14-Jährigen geben bereits an, Lesen zu anstrengend zu finden.
Online-Einstieg bevorzugt übers Handy
Die am häufigsten genutzten Portale der Burschen und Mädchen im Alter von elf bis 19 Jahren seien hierzulande Facebook und Netlog. Netlog ist die Einstiegsplattform für die Jüngeren (ab elf Jahren), mit 15 oder 16 komme Facebook dazu. "Fast ein Drittel der Burschen steigt über das Handy in die Community ein", ergänzte Michael Schaefberger vom Institut für Jugendkulturforschung. "Das ist die Zukunft. In fünf Jahren werden über 95 Prozent über das Handy einsteigen."
Durchschnittlich 100 bis 150 virtuelle Freunde
Zwischen 18.00 und 21.00 Uhr trifft man die meisten User an. Eine Sitzung dauert im Schnitt weniger als zehn Minuten (bei rund 30 Prozent der User), bei einem Drittel unter einer halben Stunde. Am meisten Spaß mache laut der Studie das Stöbern in Profilen, Jugendliche trauen sich via Community eher jemanden "anzusprechen" als offline. Im Schnitt hat jeder Nutzer 100 bis 150 Freunde. Auf die Frage, wie viele sie davon schon persönlich getroffen haben, antworteten 80 Prozent, dass sie diese zumindest vom Sehen kennen.
Peinliche Posts: 90 Prozent glauben nicht an Konsequenzen
Von den persönlichen Daten werden am ehesten die Hobbys und andere Tätigkeiten (83 Prozent) verraten. Rund 70 Prozent posten eigene Fotos oder Filme. Lediglich fünf Prozent veröffentlichen ihre Handynummer. Dass ihnen Dinge, die sie über sich selber posten, irgendwann Probleme bereiten könnten, glauben 90 Prozent der Nutzer von Facebook und Co nicht.
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