28.09.2019 07:30 |

Autonomer Schwer-Lkw

Scania AXL: Dieser Kieslaster hat kein Führerhaus!

Die Fachleute sind sich einig: Autonome Fahrzeuge werden zunächst vor allem in sogenannten Gated Areas, also für die Allgemeinheit unzugänglichen Bereichen zum Einsatz kommen. Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania hat mit dem AXL einen fahrerlosen Laster entwickelt, der in eben solchen abgesperrten Bereichen wie Bergwerken oder dem Tagebau eingesetzt werden kann.

Scania hat für einige Kunden bereits selbstfahrende Nutzfahrzeuge entwickelt, die allerdings mit einem Piloten bemannt bleiben. Beim AXL wird dieser hingegen endgültig überflüssig, weshalb der Vierachser auf eine klassische Kanzel verzichtet. Dennoch gibt es eine Art Frontmodul, in dem die für autonomes Fahren nötige Technik wie GPS-Satellitennavigationssystem, Radar, Lidar und Kameras unterkommt. Auch wenn der Laster die Voraussetzungen bietet, alleine zu fahren, wird er von einer Kommandozentrale aus gesteuert und überwacht.

Laut Scania ist das Fahrzeug auf die harten Bedingungen für den Einsatz im Tagebau ausgelegt. Für den Antrieb ist ein konventioneller Verbrennungsmotor verantwortlich, der allerdings mit Biokraftstoff aus regenerativen Quellen betrieben wird. Wie bei klassischen Muldenkippern befindet sich hinter dem Frontmodul eine große, nach oben offene Wanne, die sich mit Schüttgut füllen lässt.

Der AXL ist für Scania ein weiterer Schritt hin zu einer smarten Zukunft des Transportsystems mit selbstfahrenden Fahrzeugen. Scania will in den kommenden Jahren weitere autonome Konzepte entwickeln und bauen, um zu demonstrieren, dass mit der bereits verfügbaren Technik solche Fahrzeuge möglich sind. Die Schweden räumen jedoch ein, dass für den Einsatz autonomer Fahrzeuge weniger die Hard- als vielmehr intelligente Software entscheidend sein wird, die allerdings erst noch entwickelt werden muss.

(SPX)

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