12.07.2019 14:45 |

Wegen Abmahnbetrug

Zweiter Porno-Anwalt muss fünf Jahre hinter Gitter

Weil er gemeinsam mit seinem Partner Paul Hansmeier - er wurde im Juni zu 14 Jahren Haft verurteilt - in betrügerischer Absicht Pornos produzieren ließ, diese in Tauschbörsen stellte und Downloader anschließend mit Schadensersatzforderungen überzog, ist der US-Anwalt John Steele zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Weil er mit den Ermittlern kooperiert hat, wurde der Strafrahmen nicht ausgeschöpft.

Wie die britische TV-Anstalt BBC berichtet, drohten dem geständigen Steele bis zu zehn Jahre Haft. Er und sein Partner flogen bereits vor zwei Jahren mit einer raffinierten Trickbetrügerei auf. Ursprünglich von Porno-Produzenten für die Jagd auf Copyright-Sünder engagiert, zogen die beiden Juristen über mehrere Jahre ein Porno-Betrugsnetzwerk hoch.

Sie kauften Rechte an Pornofilmen und sollen auch selbst welche in Auftrag gegeben haben, um diese in Tauschbörsen hochzuladen und Downloader anschließend mit Copyright-Klagen zu überziehen. Zumeist kam es zum außergerichtlichen Vergleich, bei dem die Downloader jeweils mehrere Tausend Dollar an die Anwälte zahlten.

Mehr als sechs Millionen Dollar ergaunert
Von 2010 bis 2013 sollen die Anwälte sich auf diesem Weg mehr als sechs Millionen Dollar ergaunert haben, berichtet „Ars Technica“. Es dauerte Jahre, bis die Anwälte aufflogen. Ende 2017 wurde schließlich der Prozess gegen sie eröffnet, die Urteile wurden erst jetzt gesprochen. Beide Anwälte gehen ins Gefängnis, überdies müssen sie ihren Betrugsopfern 1,5 Millionen US-Dollar zurückzahlen.

Steel beteuerte beim Prozess, wie Leid ihm die Aktion tue. Er habe „dumme Entscheidungen“ getroffen, gab der Anwalt zu. Sein Verteidiger unterstrich, dass sich sein Mandant „verwerflich, abscheulich und kriminell“ verhalten habe.

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